~~~* SUMMERTIME *~~~



Indische Mentalität oder „ Der kategorische Konjunktiv“ – ein Resume´

Bevor ich ohne großes Umschweifen den Punkt vercheck : bei Indern ist der schwer zu finden. Die x-Deutigkeit des indischen Kopfnickens hat innerhalb von 2 Wochen klare Konturen angenommen, zumindest für mein Befinden. Zum Großteil scheint es Unwissenheit zu sein. Aber man kann es ihnen kaum übel nehmen, denn es geht ihnen um die Ehre. Nichts wäre für einen Inder schlimmer als zugeben zu müssen, etwas nicht zu wissen. Es wirkt teilweise wie ein ausgprägter Minderwertigkeitskomplex, wenn ein Inder einem eine Auskunft erteilt und man in seinem Blick bereits lesen kann, das er nichtmal deine Frage verstanden hat. Woher diese Eigenart rührt ist schwer zu sagen, aber ich habe ein paar Entdeckungen gemacht.

Es scheint als wären sich Inder der Lage ihres Landes durchaus bewusst, und die Uneinigkeit schlägt über in einen brodelnden Nationalismus, welcher ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen soll. Der fade Beigeschmack ist die Aufgabe des Individuums, denn nur wenn man für die Masse lebt, kann diese auch als Katalysator für Identitätsprobleme fungieren. Damit schliesst sich der Teufelskreis, denn wärend der Otto-Normal-Inder sich in eine Massen-Identität flüchtet, vergibt er die Chance, sich eben über diese zu Erheben und am Wertesystem zu rütteln. Das es nicht gerade indisch ist, an Gegebenheiten zu zweifeln, die die Masse akzeptiert, scheint darum nicht verwunderlich. Dubito ergo sum . ich zweifle , also bin ich, kontrastiert das gewöhnliche Denkmuster.

Und da kommen wir zu dem Punkt, an dem es brenzlig wird. Die indische Ehre verbietet es, Unwissenheit einzugestehen, und das vorhandene Wissen wird von einer Masse erzeugt, die neuartige Denkmuster ablehnt. Ein Fortschritt scheint damit schwer möglich, er verläuft schleppend. Bei mir hat sich folgendes Bild dazu nur all zu gut eingeprägt: eine halbnackte Frau liegt vorm New-Delhi Bahnhof, zitternd, von Schwäche gezeichnet, kurz vorm Zusammenbruch. Drum herum stehen 1000de Passanten, Reisende, Polizisten. Keiner unternimmt etwas. Denn die Frau scheint einer unteren Kasste an zu gehören, und muss dementsprechend ihr Schicksal mit Demut tragen, um auf Erlösung hoffen zu können. Kein Inder traut sich, an dieser bizarren Vorstellung zu rütteln und stärkt somit ungewollt auch in seinem Unterbewusstsein seine Bereitschaft, blind zu akzeptieren.

Aus diesem System entspringt allerdings auch die indische Toleranz, die Bemerkenswert ist., ebenso wie die große Teilungsbereitschaft. Gepaart mit viel Hilfsbereitschaft bietet sich somit oberflächlich das Bild eines liebenswürdigen Volkes.

Man könnte das Ganze vielleicht als Rubbellos-Mentalität titulieren : solange man nicht allzu viel an der Oberfläche kratz, bleibt die (Vor)freude erhalten, und die ist bekanntlich das Schönste.

Wehe dem, der zu viel rubbelt !

 

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euer gastblogger ährisch

18.3.08 20:55
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


baeggi (20.3.08 10:48)
aehrisch!!vielen vielen dank fuer deinen beitrag!! big respect echt jety sehr sehr fedder eintrag!!deine struktur is unglaublich, bidde uebernehm doch noch meine andern beitraege, damit das chaos endlich ma (nen namen hat haha), nee, geordnet is du brings die indische mentalitaet wirklich auf den punkt..die kritiklose akyeptany der traditionen wirkt mit europaeischen augen betrachtet tatsaechlich unglaublich..aba yu dem beispiel mit der nackten frau:ich glaub nicht dass die inder das so leicht hinnehmen, es gibt hier sehr viele die sich bewusst dessen sind, dass die armut in ihrem staat wirklich immens ist und sich durchaus darueber gedanken machen. und in deutschland wird in so situationen (die dort vielleicht nich gany so krass sind) ja auch des oefteren mal weggesehen.. aba insgesamt> echt fedd formuliert!!! bemerkenswert die beobachtung des minderwertigkeitkomplexes. is wohl auch der grund fuers massenphaenomen.. es kuesst dich die baeggi


ährisch (24.3.08 19:58)
toll ährisch, das hätte ich nie so schreiben können ! kannst du mir ein autogramm schicken ?

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