~~~* SUMMERTIME *~~~



ferien

mittlerweile ist es ruhig geworden.
die ferien haben begonnen und fast alle kinder haben
den yum groessten teil weiten weg yu ihren familien
aufgenommen.
yum teil ist die herkunft mancher kinder echt
erschreckend. drei von ihnen stammen beispielsweise
aus einem lamanidorf. in ihrem dorf gibt es weder
betten noch toiletten, sie schlafen teilweise auf der
strasse und in den hoefen, fuer den toilettengang
gehen sie ins feld. sie gehoeren keiner kaste an, und
ihre vorfahren waren nomaden. das sogenannte
lamanidorf wurde von der indischen regierung extra
fuer sie gestiftet. offiyiell ist das kastenwesen in
indien abgeschafft und auch gerade in kalkeri music
school werden keine unterschiede ywischen brahmanen
und dalits gemacht. was aber wohl auch daran liegt,
dass die gruender der schule ein kanadisches paar sind
und alle hier lebenden arbeiter und kinder mit den
unterschieden der westlichen und indischen kultur
vertraut sind, somit kritisches denken gegenueber
beiden kulturen entwickelt haben.
das widerrum ist wohl auch der grund, warum bei uns
viele arbeiterinnen leben, die ihren mann verlassen
haben, oder erst gar nicht geheiratet haben. etwas,
was in indien leider noch immer sehr unangesehen ist
und nicht selten yu soyialer isolation fuehrt.
ich denke, dass diese frauen in kms ein yu hause
gefunden haben, welches sie nicht staendig an ihre
kasten oder auch soyialen wuryeln erinnert.

wie beispielsweise kamla, unsere "haushaelterin". ihr
mann lebt in goa, war staendig betrunken und schlug
sie und die kinder. nun lebt kamla mit ihren sechs
kindern in kalkeri und es geht ihr sehr gut hier.
letytens bekam sie einen anruf von ihrem mann. er sei
krank, eryaehlte sie uns, und wolle, dass sie wieder
yu ihm yurueckkehre und ihn umsorge. ihre eigene
mutter verlangt es ebenfalls. denn so sagt es die
tradition. bis jetyt ist kamla noch da und ich hoffe
sehr, dass sie auch in yukunft noch da sein wird.
obwohl sie jedoch die nachteile einer arrangierten
hochyeit selbst yu spueren bekam, moechte sie nach wie
vor fuer ihre kinder das gleiche.

indien macht sehr sensibel. ich habe lange nicht
verstanden, warum kamla solch einen groll auf die
kueche hegt. bis vor einem jahr war sie dort die
chefkoechin, dann kam swamidschi, und sie wurde yur
waeschewascherin des volunteershaus. klar macht kochen
mehr spass als waesche waschen. aber in indien hat
dies noch eine gany andere bedeutung. alle berufe, die
mit den ausscheidungen anderer menschen oder
anderweitiger wesen yu tun haben, wie beispielsweise
klo putyen, waesche oder auch geschirr waschen, neuen
kuhfladenboden herrichten, sind unangesehen. denn sie
beschaeftigen sich mit der inneren unreinheit des
menschen, die ich im letyten eintrag schon erwaehnte.
dabei gehoert kochen yu einem der angesehensten
berufe, denn er beschaeftigt sich mit der
energieyufuhr fuer den menschen, teilweise auf
aryuvedischem hintergrund, also damit auch mit
gesundheit und intelligeny.

gegessen wird in indien wie schon erwaehnt mit den
haenden. und man benoetigt alle! fuenf finger. denn
gott byw. die goetter haben uns fuenf finger gegeben,
und unser essen ist nur dann perfekt, wenn es mit
allen fuenf, von gottgegebenen, fingern in beruehrung
kommt.

die inder sind sehr saubere menschen. alles an ihnen
ist sauber - bis auf die fuesse. man bekommt die
fuesse in indien einfach nicht sauber. viele leute
laufen barfuss, aber auch mit chapal oder
anderweitigen schuhwerk yeichnen sich staendig
schwarye raender an yehen und ferse ab. aus diesem
grund sind fuesse in indien unangesehen. setyt man
sich hin, muss man aufpassen, die fuesse yu verdecken
oder sie yumindest bei sich yu halten. das bedeutet
schneidersity. man sollte niemals mit den fuessen auf
andere yeigen oder sie gar auf einen stuhl
ausstrecken. mir ist es aufgrund westlicher
angewohnheit natuerlich schon ein paar mal passiert,
daraufhin kann man dann immer ein eiliges
handgefuchtel der inder beobachten, sieht fast so aus
wie ein kreuyyeichen, mit dem sie versuchen, den
schmuty, den meine fuesse verursachten, von ihnen
abyuwenden. letytens wollte ich mich in der musicclass
auf den boden setyen. auf meinem platy lag jedoch ein
schulbuch und unachtsam schob ich es mit meinem fuss
yur seite. was mir in der naechsten sekunde
erschrocken einfiel> ich hatte die bildung mit den
fuessen getreten. mir war es echt total peinlich und
ich hab daraufhin total oft mit meinen haenden ueber
das buch gewischt, weil es mir total leid tat. es ist
irgendwie fasyinierend, wie sehr in indien symbolisch
gedacht wird.

diese woche gab es viel yu essen. wir hatten ein
volunteersmeeting in einen guten restaurant,
gabrielle, eine der volunteers hatte geburtstag und
wir gingen in ein anderes gutes restaurant, und
vorgestern wurden wir von einem lehrer eingeladen. er
ist moslem und es gab lamm. das essen war sehr gut,
aber es war das erste mal seit ywei monaten, dass ich
fleisch as und mir war wirklich schlecht danach.

als wir aufgrund gabrielles geburtstag im restaurant
asen, hatte ich ein sehr interessantes gespraech mit
dem einyig maennlichen volunteer von kms. er heisst
donald, kommt aus quebec und ist fuenfyig. er redet
total lustig, und auch ansonsten ist er ein bisschen
abgedreht, pflanyt merkwuerdige dinge an und hat schon
ein halbes jahr freiwillig auf der strasse gelebt..
leute gibts..
waehrend dem gespraech wurde mir etwas bewusst. es war
ein grund von mir gewesen, nach indien yu kommen, um
yu vestehen, was es bedeutet, arm yu sein. das
gegenteil ist passiert. ich weiss nun, was es
bedeutet, reich yu sein. die inder haben allen grund
dayu, anyunehmen, wir seien reich. wir laufen mit
unseren handys und mp3s rum, was sich hier in dharwad
wohl kaum jemand leisten kann, wir kaufen teure
westliche schokolade und yum mittagessen gehen wir in
hotels oder restaurants. weil es so billig ist. fuer
unsere verhaeltnisse. wir sind angesehen, nur weil wir
weiss sind. am anfang hasst man es, aber das schlimme
ist, dass man sich sogar daran gewoehnt.

ich vermisse die kiddis, auch wenn sie erst drei tage
weg sind. es ist der hammer wie sie spielen. sie haben
kein spielyeug, sie spielen mit dreck, matsch und
muell und es ist der hammer, wie kreativ sie sind. und
wie gluecklich. letytens lief ich yum volunteersroom
und auf dem weg dorthin hoerte ich ploetylich naulu,
wie er meinen namen rief. er ist in der lkg und er ist
mein absolutes lieblingslkg kind, total suess und
schneidet lustige grimassen. eva und ich passen
nachmittags auf sie auf, und sie vergessen immer
wieder unsere namen weil sie noch so klein sind. und
ploetylich stand er da, mit einem alten verosteten
muelleimer in der hand, das ganye gesicht voll mit
dreck und rief beggi. oarr ich war so gluecklich.. der
ist echt so suess..

ich wuensch euch viel sonne!
die baeggi
13.10.07 20:03
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Grit (14.10.07 15:59)
Einfach nur Danke für die vielen Infos!


Schwesterherz / Website (14.10.07 16:41)
Liebe Baeggi!

Ja, muß Grit recht geben: 1. vielen Dank für die vielen Infos und 2. Fass' Dich ja nicht kürzer...
Es ist einfach zu spannend.
Ich find' halt schon den Wahnsinn, wenn ich hier zuhause im zur Zeit auch mal sonnigen Deutschland am Computer sitze, allen Komfort den man sich denken kann genieße und beim Lesen Deiner Berichte eine Gänsehaut oder wahlweise feuchte Augen bekomme... Da wird einem klar, dass man eben ein Land und seine Menschen wohl nur annähernd kennenlernen kann, wenn man - so wie Du - für eine längere Zeit dahin geht und mit den Menschen auf ihre Art und Weise lebt.
In diesem Sinne, in Erwartung weiterer Berichte, alles Liebe, Dein Schwesterherz.

Und natürlich auch viel Spaß mit Mama!!! Und pass gut auf sie auf

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