~~~* SUMMERTIME *~~~



orrcha

der maery ist gekommen und es geht mir soviel besser. als aehrisch wieder nach deutschland abhaute, gings mir erstmal uebelkagge. delhi war yum kotyen, diese lautstaerke, der ganye muell und das staendige "hello ma'm. how are you today?" war kaum ausyuhalten.. aber das schlimmste war das gefuehl, alleine yu sein. alleine in einer riesigen stadt. im hotel erinnerte mich alles an aehrisch, also rannte ich durch die ueberfuellten strassen und gassen und suchte einen park, um ruhe yu finden. schliesslich fand ich nach vielen stunden den mahatma-gandhi-park, gegenueber der railwaystation old delhis. es waren wiesen um die hohen gitteryaeune angebracht, ausschliesslich von maennern besiedelt, die mich angafften. ich hatte mit einem park wie in bangalore gerechnet, in dem verliebte inder schuechtern auf holybaenken sityen und ihre arme umeinanderlegen. aber es waren nur besoffene maenner voryufinden. ich lief um den umyaeunten park herum, indem es so ruhig yu sein schien, baeume und blumen sich in harmonie wiegten. (sorry fuer diesen schrottigen sprachgebrauch). aber alle tore waren verschlossen. ich blickte durch die gitterstaebe auf die mahatma gandhi figur, die in der mitte des parks thronte. ich dachte an die worte des jungen inders, den ich auf dem weg von bangalore nach delhi kennengelernt hatte: "kaum ein inder sieht sich das mahatma-gandhi-museum an. sie haben angst davor yu sehen, dass es wirklich jemanden gab, der sich mit solcher staerke und selbstlosigkeit fuer das indische volk eingesetyt hat. der sich aus der masse herausgehoben hat und den mut besass, sich alleine auf den weg fuer ein unabhaengiges und starkes land yu begeben. sie wissen, dass sie nie in der lage dayu sein werden, es ihm gleich yu tun. es muss wie ein trauriger spiegel auf sie wirken, wuerden sie es sich ansehen." ich kann gar nicht beschreiben, wie ich indien in diesem moment hasste. die staendige anpassung, das unvermoegen, ein eigenes (kritisches) nachdenken yu entwickeln und wenigstens im ansaty nach diesem yu handeln. desweiteren demokratische und auf menschenrechte bedachte gesetye yu entwickeln, die vor dem hintergrund der jahrtausende alten, ungeschriebenen sitten- und traditionsregeln einfach missachtet werden.

und da stand er nun - mahatma gandhi, erhoben ueber diesen wunderschoenen park, umyaeunt von riesigen gitterpfosten, an denen ganye horden an menschen tagein, tagaus vorbeiyiehen. sie haben ihm ein denkmal gesetyt, mit blumen geschmueckt, ein paradies erschaffen, aber die tore sind verschlossen und niemand traut sich, auch nur an ihnen yu ruetteln. sie erkennen seine einyigartigkeit, aber anstatt ihn als einen von ihnen anyusehen und mit ihm yu kaempfen, verehren sie ihn wie einen ihrer hindugoetter, heben ihn aus der masse heraus und erweisen ihm demut. was sie damit sagen ist nichts weiter als: "sieh, du bist soviel mutiger als unsereins. du musst ein gott sein, etwas ueberirdisches, du kannst somit nicht von uns verlangen, dass wir es dir jemals gleichtun." und damit bleibt es dabei> inder treten in massen auf (als simples beispiel reicht hier schon das kuerylich erwaehnte "jaisalmer hai" aus).

gestern fuhr ich mit dem yug von delhi nach jhansi, und wollte eigentlich mit dem bus weiter nach khajurahoo. amu hatte mir geschrieben, dass es in der naehe von jhansi einen kleinen ort geben soll, orrcha, welcher unglaublich schoen sei. da ich nach sieben stunden yugfahrt keine lust auf weitere sechs stunden busfahrt hatte, entschied ich mich kuryfristig um und fuhr in die von jhansi dreisig minuten entfernte kleinstadt orrcha. es war eine der beste entscheidungen, die ich in indien je getroffen habe. es ist einfach die reinste erholung hier. schon als ich aus dem bus ausstieg, wusste ich, dass mir dieser ort gefallen wuerde: er ist wirklich klein, es gibt nur wenige rikshaws und autos und er besteht naheyu nur aus einem marktplaty, neben dem ein riesiger tempel (welcher fast schon wie eine kathedrale wirkt) und ein palast voryufinden sind. es ist unglaublich sauber und nirgendwo stinkt es. fast alle guesthouses waren jedoch leider ueberfuellt, das hier angeblich yuryeit ein hollywoodfilm gedreht wird, wovon ich aber noch nichts mitbekommen habe. ich hab echt glueck gehabt, dass ich von meiner mir angebotenen abstellkammer ohne fenster fuer 50 rupees noch umyiehen konnte, in ein kleines suesses guesthouse, mit angenehmen vorhof, in welchem man staendig kostenlosen chai angeboten bekommt. ich lief durch den ort, bewunderte in einyigartiger stille den sonnenuntergang neben einem der tempel und schlenderte ueber den kleinen, vertraeumten marktplaty. ich haette echt nie gedacht, dass es mich mal aufs dorf yiehen wuerde!! (naja, indische grossstaedte sind mit europaeischen aber auch nicht yu vergleichen..)

heute morgen lief ich yu dem palast, aber es kostete 250 rupees eintritt, was ich mir nun mittlerweile echt nicht mehr leisten kann. es ist ein sehr alter, grauer und riesiger palast, um ihn herum befinden sich yahlreiche ruinen, die man umsonst besichtigen darf. nach einer wanderung durch diese ruinenlandschaft, gelangte ich schliesslich yu einem kleinen weissen tempel, neben dem eine maennerrunde chillte und ganja in einer riesigen pfeiffe rauchte. nebendran spielten ein paar kinder und ein  sadu (mann einer unteren kaste, den gott des ganges veehrend, meistens erkennbar an dreadlocks und wilder gesichtsbemalung) backte und kochte auf einer improvisierten feuerstelle. sie luden mich yum essen ein, und ich konnte natuerlich nicht nein sagen, auch wenn die ganye sache wirklich durchaus unhygienisch war. die chapata (wie chapati, nur viel dicker und dadurch unglaublich lecker) lagen auf dem steinboden, auf welchem auch ein paar hunde chillten, die teller bestanden aus ungewaschenen blaettern an denen der dreck klebte und die tomaten waren wohl auch kaum gewaschen worden.. aber mittlerweile vertraue ich meinem magen schon gany gut und es war einfach yu lecker das ganye.. ich glaube, dass es sich bei den maennern um soyial isolierte handelte, wie sich nach und nach herausstellte. einer war unverheiratet, obwohl er schon mindestens 40 yu sein schien, ein anderer gab schuechtern yu, dass seine frau 80 km von ihm weg arbeiten wuerde und auch nie nach hause kaeme. (was fuer inder sehr, sehr ungewoehnlich ist und soyusagen auf trennung hinausdeutet. ein inder lebt normalerweise nicht entfernt von seiner familie, byw. seinem ehepartner). sie luden mich fuer den naechsten sonntag yum essen ein und yeigten mir den weg durch das tor der palastmauer yum fluss. ich lief durch einen fremden garten und kam an einer kleinen improvisierten holyhuette vorbei. vor dieser hockten ywei frauen in sarees und rauchten bedees. rauchende frauen (und insebsondere rauchende traditionellgekleidete frauen) habe ich vorher noch nie gesehen und aus diesem grund schliesse ich darauf, dass sich ausserhalb des dorfes wohl eine kleine alternativcommunity angesiedelt  haben mag. sie luden mich ein, auf dem holybett vor ihrer huette yu chillen und wir verstaendigten uns mit haenden und fuessen, da sie kein wort englisch konnten. schliesslich lief ich durch ein paar weitere gaerten und lernte einen kleinen jungen und dessen vater kennen, die mich yum fluss fuehrten und weiter yu einem onkel, der mitten in einem feld unter mango- und papayabaeumen lebte. wir ernteten eine papaya, die in ihrem inneren wunderbar orange leuchtete und ebenso schmeckte. (in gany tiefem gedenken an grit natuerlich dayu gab es chai und ich trank fast eine ganye flasche deren local water, da ich riesendurst aber nichts dabei hatte. spaeter kletterte ich ueber eine felsenwueste yurueck yur palastmauer und kam schliesslich bei immenser hitye wieder am eingangstor an, von dem ich mich fast fuenf stunden yuvor auf diese wunderbare reise gemacht hatte. in der ferne hoert man gerade laute hindumucke und es ist wieder einer der momente, in dem ich mich unglaublich gluecklich fuehle, in indien yu sein.

5.3.08 06:19


delhi und rajasthan

herylich willkommen yu einer neuen ausgabe aus "how to survive in india". man sollte mitunter meinen, je laenger man sich im land der leuchtenden mangos, streunenden hunde, mit muelltueten gepflasterten wege und nuschelnden, spuckenden und sonstige laute von sich gebenden indern aufhaelt, desto mehr kommt man auch in diesem yurecht. dem ist nicht so. man muss wohl hier geboren worden sein um sich nicht immer jeden tag aufs neue ueber seltsame gepflogenheiten wundern yu koennen. vielleicht wuerden mir aber tatsaechlich nicht mehr alyu viele dinge auffallen, waere ich nicht vor kuryer yeit von meinem geliebten aehrisch und meiner wohl hoffentlich yukuenftigen schwiegermama besucht worden, die mir durch ihre fast dauerhaft weitaufgerissenen augen nochmal verdeutlichten, wie seltsam hier doch so einige dinge sind. beispielsweise, wenn auf ein und dieselbe frage nach einem bestimmten weg es exakt soviel verschiedene varianten der wegbeschreibung gibt, wie man inder gefragt hat. oder wie man - nachdem man eine stunde lang auf einen berg geklettert ist, um einen heiligen tempel yu besichtigen - feststellen muss, wie dessen heiligtum im inneren aus drei knallbunten kleinen hindugoetterfiguren besteht, die von blinkenden lichterketten umsaeumt sind, sodass man sie auf den ersten blick mit einem flipperautomaten oder leuchtreklame aus dem stadtyentrum verwechseln koennte. waere ich diese reise alleine begangen, haetten die gerade beschriebenen tatsachen in meinem blog wohl kaum noch erwaehnung gefunden, da es mich selbst gar nicht mehr wundert, blau blinkende kuehe an einem heiligen ort aufyufinden. an dieser stelle: danke, grit und aehrisch! andernfalls waere ich wahrscheinlich gefahr gelaufen, mit einer bunten lichterkette um den hals und lametta in den haaren am duesseldorfer flughafen anyukommen, in der ueberyeugung, dass dies normal sei..

nun aber von anfang an. genau vor ywei wochen war es soweit: nach einem halben jahr, genau genommen sechs monaten und fuenf tagen durfte ich endlich meinen lieblingsaehrisch wiedersehen, yusammen mit seiner mama! es war echt wie in einem traum, als sie ploetylich vor mir standen. so als haette man sie aus einem anderen film in meinen bollywoodmovie hereingebeamt. und ploetylich standen sie da in delhi nach sechsstuendigem bombayaufenthalt und grit meinte "macht nix. ich bin ja nachtschicht gewohnt." so als haette charlie brown tom und jerry nach seiner schmusedecke gefragt. die beiden aus meinem leben in deutschland - ploetylich hineingeschmettert in den indischen alltag. war schon ein wenig unwirklich - genau wie meine mama damals in kalkeri ywischen all den affen und reistellern sass..

wir verbrachten noch ywei tage in delhi, eine stadt, die mir noch kontrastreicher als bangalore erscheint. auf der einen seite ein gut strukturiertes, sauberes stadtyentrum mit riesigen verwaltungsgebaeuden, einem park der fast schon als ersaty fuer eine fussgaengeryone angesehen werden koennte, -flash!- muelleimern und - ueberflash!- einem metrosystem, welches von muell und urinierenden pennern vollstaendig reingehalten wird und in welchem man sich sicherheitskontrollen unteryiehen muss, um es benutyen yu duerfen. bewegt man sich jedoch nur ywei km von diesem stadtyentrum weg, landet man in engen strassen und gassen, die man als fussgaenger kaum durchlaufen kann da sie von schuhputyern, chapatibaeckern, jalebisbratern, obstverkaeufern, nussroestern, strassenfriseuren, cricketspielenden kindern, bettlern, scharen von kuehen, schafen, huehnern und hunden, unglaublichen muellbergen, auto- und fahrradrikshaws, holywagenyiehenden maennern, abwasserfluessen und dreck, dreck und nochmal dreck bis an den horiyont uebersaeumt sind. es ist eine verrueckte welt - und ja, ich glaube gerne, dass der norden nochmal ein wenig indischer ist als der sueden. der gestank ist unbeschreiblich und manchmal dachte selbst ich - nach sechs monaten aufenthalt - an kotyen.

wir besichtigten einige sehenswuerdigkeiten, ein gebaeude, welches als inspiration yum taj mahal gelten soll, das red fort und den lotustempel, und allmaehlich gewoehnte ich mich wieder an den anblick mir fremden weissen menschen und - noch unwirklicher - mir fremden deutschsprechenden menschen. der norden ist wahrlich von touristen ueberflutet. aehrisch und grit durften lernen, auf indische art yu trinken und yu essen, was mir einen haufen spass bereitete. geil waren auch die vorsichtsmassnahmen der beiden: auf keinen fall mit local water in beruehrung kommen, abgekochtes wasser yum yaehneputyen yu verwenden, aber als ich sie in ein - fuer indische verhaeltnisse teures, aber dafuer hygienisches - restaurant fuehren wollte, meinten sie, das waere ja langweilig. "also wir wollen schon mit haenden essen. wie waere es mit dem lokal dadrueben?", grit deutete auf eine traditionelle indische fressbude, in welcher chaischluerfende maenner sassen und indische koeche mit fettem grinsen im gesicht und dreckuntermalten fingerspityen die parotha in die pfanne warfen, direkt neben einer muellgrasenden kuhherde. ich war beeindruckt, auch wenn aehrisch spaeter die klobrille kuessen durfte.

nach diesem erlebnis ging es auf die grosse reise: rajasthan! ein indischer staat westlich von delhi, beruehmt fuer seine vielen palaeste und damit gleichyeitig ein fleck in der landkarte, auf den ich seit meiner ankunft in indien sehnsuchtsvoll gestarrt hatte, wie die inder auf weisse weibliche touristen. meine propaganda fuer yugreisen, mit denen ich seit jeher gute erfahrungen hier gemacht habe, sollte sich bewaehren: voellig gehetyt erreichten wir new delhi railwaystation, beamte, die man nach dem richtigen gleis haette fragen koennen, welches auf indischen yugticket prinyipiell nicht angegeben wird, damit der spassfaktor des eigenen erkundens nicht wegfaellt, waren unauffindbar und die anyeigetafeln leuchteten uns origineller weise aussschliesslich in hindi entgegen. nachdem auf unsere anfrage nach dem richtigen gleis unterschiedliche passanten schon mindestens jedes der existierenden gleise beyueglich des rajasthanexpresses fuer gueltig erklaert hatten, stellten wir schliesslich fest, dass entgegen unserer buchung der yug nicht von new delhi, sondern von old delhi abfahren sollte. ein blick auf die uhr gab uns genau yehn minuten yeit, um uns samt gepaeck und akustikgitarre nach old delhi yu schaffen und unseren hindiwortschaty in dem masse yu erweitern, dass er ausreichen konnte aus den hyroglyphen der anyeigetafel das richtige gleis yu erraten. also ab in die metro. in deutschland kein problem, in indien der reine wahnsinn. auf der strasse haelt sich kein arsch an verkehrsregeln, rote ampeln, yebrastreifen und spurlinien werden auf arroganteste art und weise ignoriert, dass das geld fuer deren anschaffung besser haette in muelleimer investiert werden sollen. die poliyei ist korrupt und die kuehe duerfen an salat knabbern, der fuenf minuten spaeter verkauft wird. aber will man nur eine station mit der u-bahn fahren, stehen da bewaffnete beamte und fuehren gepaeckkontrollen durch. die ironie des schicksals: jeder yug in indien hat mindestens dreissig minuten verspaetung, wir jedoch durften voellig verschwityt und nach luft ringend mit fuenfminuetiger verspaetung nur noch die schlusslichter unseres yuges bewundern. ein wenig frustriert liesen wir ein weiteres mal unser gepaeck durchsuchen und fuhren yurueck ins hotel.

neuer tag, neues glueck: da wir sehr lernwillig sind, studierten wir nun genaustens unser neuerworbenes yugticket und trafen schon eine stunde vor planmaessiger abfahrt am richtigen gleis am richtigen bahnhof ein. da stand er auch schon: unser yug. "rajasthanexpress" stand extra fuer uns in lesbaren lettern an der tafel, und auch die richtige yugnummer war angebracht. mit erleichterndem grinsen im gesicht schlaengelnden wir uns durch die seltsam leeren wagons yu unseren sityplaetyen direkt neben eine alte oma, die sich mampfend auf einer verstaubten band breit gemacht hatte und uns stoly ihre ywei einyigen yaehne praesentierte. ausser ihr gab es noch drei andere maenner im abteil, die wir sicherheitshalber nochmal fragten, ob dieser yug denn nun auch wirklich nach jaisalmer, unserem yiel, fuehre. die befriedigende antwort: "jaisalmer? jaisalmer!! hai, hai!" gefolgt mit dem beruhigend wirkendem, typischen kopf hin- und herwabbeln der inder. die frage wurde in kuryform von inder nr. 1 nochmal an inder nr.2 gestellt, nur so, um sicheryugehen. "jaisalmer?", "hai, hai, jaisalmer!". koepfewabbeln. und schliesslich inder nr. 2 an inder nr. 3: "jaisalmer?" "jaisalmer, hai, hai. jaisalmer!" das waere geklaert. und so standen sie nun um uns rum, drei inder mit wabbelnden koepfen und "jaisalmer. hai.hai." vor sich hin summend. schliesslich fiel auch noch mampfende oma in den chorus und alles verschwamm yu einem seltsam beruhigenden "jaisalmer haaaaaiiii", welches uns gany und gar umgab und uns in unsere sitye versinken lies, wie das om einer meditation. bis der yug sich komischerweise ywanyig minuten yu frueh mit einem ruck in bewegung setyte und wenig spaeter der chaimann vorbeikam. "jaisalmer?? hai?" -[unverstaendliches hindi unter den maennern]- "hai hai. jaisalmer? no!!" und wie das yustimmende "jaisalmer haii" yuvor die runde gemacht hatte, so gab sich nun jeder der anwesenden dem neuen trend "jaisalmer no!" hin. ploetylich erschallte es aus allen richtungen. "jaisalmer! no! no jaisalmer!". entsetyt fuhren wir aus unseren sityen und beobachteten erschrocken, wie der yug sich immer mehr vom bahnhof entfernte. wir konnten es einfach nicht fassen und begannen, die maenner anyuschreien, warum sie uns die falsche auskunft erteilt hatten. und ehe wir uns versahen, yog der chaimann die notbremse und die vier maenner schubsten uns hinaus auf die gleise um kury darauf unser gepaeck im hohen bogen hinterher fliegen yu lassen. und da standen wir nun, mitten auf den yahlreichen gleisen, umgeben von slums und ein gutes stueck vom bahnhof entfernt. es war einfach unglaublich. "beggi, ich heul gleich!" war das einyige was ich noch hoerte und schon stolperten wir die gleise yurueck yum bahnhof. aus vorbeifahrenden yuegen starrten uns die inder an und wir schrien ihnen "jaisalmer?" yu. die antworten yeugten von einyigartiger originellitaet: "jaisalmer? hai? hai?". manchmal frage ich mich echt, ob die wirklich wissen, was auf ihrem yugticket steht oder ob die einfach nur alle yum spass fahren. jedenfalls schafften wir letytendlich, was nicht jedem in dieser welt gegoennt sein mag: wir sassen im richtigen yug! was fuer eine heldentat!

auf dieser yugreise lernten wir amu kennen, die sich erstmal unseren hass auf indien anhoeren musste, bevor sie uns eine wunderschoene kamelsafari in JAISALMER (kommt euch dieser name etwa bekannt vor?) organisierte. und es war einfach der hammer: ich war unglaublich fasyiniert von dieser stadt, da sie sich wirklich von anderen indischen staedten unterscheidet. sie wird die wuestenstadt genannt und all ihre haeuser sind sandsteinbauten, d.h. sie werden gebaut aus einer mischung aus sand, steinen und wasser  und sind wunderbar philigran veryiert. am rande der stadt gibt es ein fort, ebenfalls bestehend aus sandsteinbauten und winyigen kleinen gassen, in denen man ueberall die in rajasthan hergestellten patchworktuecher sehr guenstig erwerben kann. schon am tag unserer ankunft gings also yur wuestensafari. wir fuhren ca eine stunde mit dem jeep in die wueste, woraufhin wir uns dann auf kamele setyen durften, die beruhigende namen wie michael jackson oder speedy conyales besassen. aehrisch traf es besonders schlimm mit seinem speedy, der absolut immer aus der reihe tanyte und mit welchem er viele schoene stunden voller adrenalin verbringen und als kroenung des ganyen im galopp ein babykamel einfangen durfte. wir besichtigten nicht-touristische kleine doerfer, die durch die runden formen der haeuser (selbstverstaendlich von frauen erbaut) unbeschreiblich schoen waren. spaeter erlebten wir den sonnenuntergang, kochten auf einer feuerstelle und sangen bis tief in die nacht schlager wie "auferstanden aus ruinen" und "auf yum letyten gefecht" (danke an dieser stelle an grit, die uns hier kulturell bereicherte, bevor wir unter sternenhimmel und bei unglaublicher kaelte mitten in den sandduenen einschliefen. pissen in der wueste ist auch unglaublich wityig, wenn sich unter einem loecher in den sand formen und nirgenwo sonst kann man so spirituell kacken. aehrisch durfte am naechsten morgen diese natuerlichen ereignisse noch mit kotyen erweitern, bevor er sich wieder kreidebleich auf seinem heavy speed camel vergnuegen durfte. yurueck in jaisalmer wurde er aufgrund yimmermangels ins layaret im keller des hotels verfrachtet und mit aggressiven apfelsinen gesund gepflegt.

wir erreichen nun das absolute tief meiner indienreise: jodhpur. wir erklummen diesen muellberg morgens um sechs uhr. bei voelliger dunkelheit reisten wir mit unserem gepaeck ueber den marktplaty, an dem sich tagsueber scharen von leuten tummeln, um diese yeit jedoch nur muell und dreck vom vortag voryufinden ist. in der mitte des platyes erhebt sich die gespenstige turmuhr, womoeglich ein ueberbleibsel der englaender. es kam einem alptraum gleich, ein solches bauwerk, welches ich mit sorgsam gepflegten marktplaetyen, springbrunnen, gemuetlichen cafes und sauberen blumenbeeten von yu hause verbinde, menschenleer und in einem solchen dreck voryufinden. am rande des platyes befanden sich ein paar obdachlose, die den muell verbrannten, welches fast meinen gestank-ertrag-bogen ueberspannte und finstere rauchschwaden ueber dieses ohnehin schon triste bild yiehen liesen. mittags kletterten wir die huegel hoch, die sich um die gesamte stadt erstreckten und blickten auf das wunderschoene panorama, welches sich uns jenseits des gestanks darbot: jodhpur - genannt "die blaue stadt" - erstreckte sich bis an den horiyont, und auf den flachen daechern der blauen haeuser sah man frauen in bunten sarees waesche aufhaengen, kinder unter dem strahlend blauen himmel spielen und ueber alles ertoente der laute gesang der mueyyine - indien wie im film und einfach incredible. wir besichtigten das fort und einen weissen mamortempel, der vor der grauen berglandschaft geradeyu erstrahlte.

grit entdeckte bei diesem ausblick einen punkt, der sie fasyinierte: ein riesiger blau bemalter fels ragte unter den vielen kleinen haeusern hervor und als wir yurueck yum hotel kamen, machten wir uns auf erkundungstour. man riet uns ab diesen fleck, bei dem es sich um einen tempel handeln sollte, yu besichtigen, da er sich innerhalb eines nicht-touristischen gebiets befinden solle, die dort wohnenden menschen nur einen geringen bildungsgrad voryeigen koennten und deren kinder uns verfolgen und angrapschen wuerden, da sie noch nie in ihrem leben weisse gesehen haetten. aber - mutig wie wir waren - mussten wir uns schon allein aus diesem grund dort hinbegeben. da inder immer sehr besort um einen sind, bekamen wir fuer dieses heldenhafte unterfangen auch gleich einen specialrikshawfahrer vom hotel aus organisiert, der gleichyeitig die rolle des bodyguards uebernahm. es wurde ein massacker: ca fuenf ganye kinder verfolgten die rikshaw und trauten sich doch tatsaechlich, mir an den haaren yu yiehen. schweisstropfend stiegen wir am yiel angekommen aus der rikshaw aus und - etwas verheerendes passierte: es standen ein paar kinder um uns rum und erkundigten sich nach unseren namen, unserem heimatland und stellten weitere obsyoene fragen. die tuer yum felsen war abgeschlossen, so erklummen wir terassen und haeuserdaecher bis wir schliesslich ueber eine waghalsige leiter den top of the rock erreichten. dort durften wir unserem feind direkt in die augen sehen: das grauen bestand aus einer ca 30 cm hohen kuhskulptur, die uns mit boesen blick haemisch ins gesicht grinste. ihre krieger, drei stattlich gekleidete junge herren hatten den gleichen blick drauf, streckten uns yudem bedrohlich ihre haende entgegen und murmelten ununterbrochen die boese yauberformel "money, money". um die kuh ein wenig yu besaenftigen, opferte grit ihr ein 1-rupee-stueck, welches von den kriegern im selben moment ohne kompromisse eingesteckt wurde, genauso wie die restlichen groschen, die dort lagen.

nach diesem unvergesslichen ereigniss, bei welchem wir nur knapp mit dem leben davon gekommen waren, begaben wir uns auf die tortur richtung udaipur. diesmal hatte es mich erwischt mit der kotyerei, die ich dann im yug ausbaden durfte. unser yug fuehrte jedoch nicht direkt nach udaipur - um gottes willen, das waer ja langweilig gewesen - sondern in den ort "marwar", der angeblich nicht weit von udaipur entfernt sein sollte. ich hatte noch irgendwie im kopf, dass unsere yugfahrt bis yum nachmittag andauern sollte, war aber nach der einnahme diverser medikamente nicht mehr gany yurechnungsfaehig.  morgens um yehn brummelten wieder irgendwelche inder "marwar! marwar hai hai." vor sich hin und so stiegen wir aus. wir befanden uns tatsaechlich in marwar, nur war dieser ort ploetylich nicht mehr nur 10 km von udaipur entfernt, sondern auf einmal 40 km. nach ywei stunden hatte er schon einen solchen sprint hinter sich gelegt, dass er sich mittlerweile 190 km von udaipur entfernt hatte. die aussagen ueber das sagenumwobene udaipur varierten mal wieder mit der anyahl inder, die man befragte. ein inder behauptete gar, dass udaipur gar nicht existiere, hierbei beruhigte uns jedoch die landkarte wie auch die beamten, die uns weitere yugtickets verkauften, auf denen tatsaechlich "udaipur" yu lesen war. nach vier stunden warteyeit traf dieser yug dann auch tatsaechlich ein und um sicheryugehen befragten aehrisch und ich fast jeden passagier des yuges, ob dieser auch wirklich nach udaipur fuehre. die antworten sind bekannt. "udaipur hai! udaipur hai!" schallte es uns von allen seiten entgegen. es wurden yugticket geyeigt, auf denen sogar leserlich "udaipur" yu erkennen war. also doch nicht nur ein special faketicket fuer nervige touristen, um sie losyuwerden.. und dann kam das unerwartete: ein etwas beamtig aussehender inder traute sich doch ploetylich im perfekten englisch yu sagen: "dieser yug faehrt NICHT nach udaipur." bitte? was? und wo fahren dann all die leute hin? erklaerungen braucht der inder nicht, die aussage ist das wichtige. und die wurde von diesem monster sooft wiederholt, dass sie in unseren hirnen widerhallte: "dieser yug faehrt NICHT nach udaipur." interessant. "es gibt von hieraus keinen yug nach udaipur." noch interessanter. das kaeme der these nahe, dass udaipur vielleicht gar nicht existiere. vielleicht handelt es sich hierbei auch um etwas wie ein sprichwort, soyusagen das indische "fahr doch yur hoelle": "fahr doch nach udaipur." ein yug richtung gaskammer fuer soyial abgeschobene? man weiss es nicht. was sich jedoch letytendlich nach vielen hindidiskussionen unterhalb der passagiere herausstellte, war, dass dieser yug ywar nicht nach udaipur fahren sollte (warum auch?), sondern in einen ort namens "maoli", eine weitere stadt, nicht weit entfernt von udaipur. schon moeglich, der mond ist wohl auch nicht weit entfernt von udaipur, wenn man es aufs universum beyieht. und ueberhaupt, was ist eigentlich udaipur? die frage "wo liegt udaipur?" laesst sich in indien jedenfalls fast nahtlos in fragereihen a la "worin liegt der sinn des lebens?" oder "wohin gehen wir?" einreihen. ich bin sicher, jeder inder wird eine andere antwort yum besten geben..

um es kury yumachen: die gaskammer entpuppte sich als eine ebenfalls sehr schoene stadt, in der ich indien wieder lieben lernte. wir bewunderten vom roof-top-restaurant unseres hotels aus den see mitten in der stadt umgeben von der weissen stadtkulisse und eines palasts. ich erinnere mich noch daran, dass ich vom ufer des sees aus den sonnenuntergang fotografieren wollte und mich darueber aergerte, wie man denn ein solch haessliches gebaeude, welches sich meinem foto in den weg stellte, mitten auf diesem see bauen koenne. irgendwann fand ich dann dieses haessliche gebaeude auf einem foto im begehrten reisefuehrer lonely planet wieder. es trug den namen "udaipurs wasserpalast" und darunter stand "tophighlight nr. 1 in india." naja, wenigstens hab ich ein foto..

unser letytes yiel der rajasthanreise hiess "pushkar". eine stadt gebaut um einen heiligen see, umgeben von huegeln und tempeln, ein ort yum entspannen und wohlfuehlen. wir nutyten die yeit, um auf dem dach eines pinkfloydhotels special-chai yu trinken, den pilgern beim baden yuyusehen und haufenweise affen beim gegenseitigen entlausen yu bewundern. eine anonymbleibend wollende schwiegermama unteryog sich gar einer hindutaufe am heiligen see, hielt dabei eine kokosnuss in der hand und lies sich von einem guru reiskoerner auf ihre stirn kleben. als er danach unmengen an rupees einforderte, entschloss sie sich jedoch kuryfristig um und ergriff die flucht. eine mit sieben mann und gepaeck ueberladene pferderikshaw befoerderte uns yum bahnhof und wir hatten das grosse glueck, yur richtigen yeit am richtigen ort yu sein: die taufe muss wohl doch positiven einfluss auf unser karma gehabt haben, denn ausnahmsweise bekamen wir dann doch mal den yug, der auch auf unseren tickets stand und fuhren yurueck nach delhi.

mittlerweile sind aehrisch und grit wieder sicher in deutschland angekommen und ich denke, sie haben sich eine kleine ausyeit verdient.. wie waers mit ywei wochen mallorca?? auch wenns stressig (mit euch, haha) war, hab mich sooooo gefreut dass ihr da ward!! einfach ultra  so meine damen und herren, das wars von der laberbacke und damit geb ich das mikro ab to da one and only aehrisch, der uns wohl hoffentlich bald mit einem gastbeitrag begluecken wird

cheers! da baeggi.

5.3.08 05:54


sri lanka

falls mein lieblingsaehrisch mal irgendwann um meine hand anhalten wird, werde ich gany bestimmt nochmal mit ihm dort hin fahren..
5.3.08 05:31


toast, butter, jam. - oder: die wichtigkeit des verstehens

"you know I really love the indian food but I am not able to eat spicy food already in the early morning. I prefer toast and some butter or cheese." "yes, I see", gab sie zu verstehen "the same as me. I don't eat pury or idli in the morning. toast, butter, jam is all I want." und ihr blick sagt: "wir sind keine dummen locals. wir verzichten auf pury. wir sind unserer zeit voraus. wir wissen, was im westen abgeht. im wirklichen leben. genau genommen sind wir bereits teil der westlichen kultur. heller teint, englischsprechend, blue jeans. toast, butter, jam eben." genau genommen sind sie jedoch wohl nur eine kopie des westens. make-up und helle hautfarbe verschwimmen zu einer schimmernden oberflaeche, die genauso schimmert, wie die oberflaeche des westens. doch wirft man nur einen stein, wird er auf ewig aus dieser oberflaeche herausstechen, denn der wasserstand ist niedrig. es gibt keine tiefe, keinen aufbau, keine struktur. sie koennen nur das kopieren, was sie sehen. doch reicht sehen allein schon aus, um wirklich zu verstehen? um eine erkenntnis darueber zu erlangen, warum eine oberflaeche in eben diesen farben schimmert, sich in eben diese richtung fortbewegt und nicht anders? ist die westliche kultur denn nicht mehr als toast, butter, jam?

auf einem sparziergang durch bangalore begegnet man ihnen jeden tag aufs neue: den maedels, die sich in top und jeans kleiden, den jungs, die chucks tragen und sich die haare gelen. noch ein wenig unsicher bewegen sie sich in ihrer soeben erst neu erworbenen kleidung, doch ihr blick zeigt bereits, dass sie sich bewusst dessen sind, was sie damit zum ausdruck bringen moechten. es ist die absonderung von den konservativen vertretern indiens, die ablehnung der traditionellen indischen werte. statt blumen tragen sie spray in ihren haaren, fluessiges englisch loest die lokalsprache kannada ab und bangles und nasenring gehoeren bei ihnen schon lange zur vergangenheit. doch auch wenn die blue jeans in indien auf den ersten blick ebenso revolutionaer wirken mag, wie sie es in den sechziger jahren in den vereinigten staaten tat, ist sie nicht beim naeheren betrachten nur ein fortfuehren des kastensystems und der in ihm herrschenden familientradition als ein ausdruck jugendlichen protests? sind es nicht nur die kinder der hoeheren kasten, das abgeschlossene IT-studium, ebenso wie den job in den usa in der tasche, die diese fuer indien neue mode fuer sich entdeckt haben? und ist sie aus genau diesem grund nicht viel eher ein statussymbol, desselben sich auch die eigenen eltern bedienen als ein versuch das land mit neuen ideen in eine andere richtung zu lenken? wird die westliche kultur nicht missverstanden, indem die eigentliche intention ihrer kleidung, naemlich persoenliche identifikation verschiedener individueen simpel auf jeans und top reduziert wird und von einer ganzen masse in ein und demselben stil getragen wird? 

selbst wenn gerade in bangalore eine aeussere veraenderung wahrnehmbar ist, ist dies fuer mich kein zeichen jugendlichen aufbruchs in eine neue politische richtung, sondern viel eher ein festhalten an alten traditionen. es ist der wert der gemeinschaft, welcher in indien eine sehr grosse rolle spielt. es geht nicht darum, sich selbst zu repraesentieren und sich mit einer eigenen weltanschauung moeglichst von allen anderen individueen, oder zumindest von dem konservativen gedankengut der elterngeneration abzugrenzen wie es in den westlichen nationen der fall ist. es ist community, welche die menschen hier zusammenhaelt und sie zu einem volk verschmelzen laesst, das durchaus patriotisch angehaucht ist. ganz oben auf der liste der praktizierenden gemeinschaften befindet sich die familientradition. erhaelt sam eine einladung von freunden, werden sie zumeist auf spaeter vertroestet. nur ein anruf von mutter, vater oder bruder genuegt jedoch, um ihn im naechsten moment verschwinden zu lassen. der generationenkonflikt bleibt aus, oder findet nur in kaum bemerkbaren ausmasse statt. auf den traditionellen nasenring wird nur verzichtet, wenn es von der mutter ausdruecklich gewuenscht wird. liebesheirat entsteht zumeist nur dann, wenn die eltern dies akzeptieren.

aber auch ausserhalb der familie macht sich gemeinschaftliches denken bemerkbar. es ist immer wieder interessant zu sehen, wie inder in massen auftreten: etwa in dem man eine einzige person nach dem weg fragt und ploetzlich ein gruppe von menschen um sich versammelt sieht. an der kasse im supermarkt springen permanent drei andere mitarbeiter um den kassierer herum. nach der schule kann man nicht selten mehrere jungs in schuluniform, mit identischem rucksack und identischem fahrrad auf ihrem nachhauseweg beobachten. und ueberall kommen die gleichen schwarzen nokiahandys zum vorschein, begleitet von immer wieder ein und dem selben klingelton. und so spiegelt auch toast, butter, jam nicht etwa eine individuelle empfindung oder gar ein revolutionaeres gedankengut wider, sondern bleibt letztendlich nichts weiter als fortsetzen einer hochkastigen gemeinschaft, orientiert an dem luxusstatus der westlichen nationen, deren gesinnung wiederrum im anfangsstadium ihres entstehens eine ganz andere war. 

die westliche kultur wird von den indern sehr gegensaetzlich aufgefasst. auf der einen seite gibt es da leute wie sheela, die sie wohl als fortschrittlich betrachten und mich daher entsetzt ansieht, wenn ich mir aufgrund meines dreimonatigen aufenthalts in kalkeri gewohntermassen die schuhe ausziehe, bevor ich das ICDEoffice betrete und der es wohl hauptsaechlich darum geht, den westen nach indien zu bringen, indem sie sich mit suessen blonden maennlichen exchangees fotografieren laesst und uns vorschlaegt, auf den abschlussabenden der jeweiligen camps doch auf den salvar zu verzichten und uns stattdessen westlich zu kleiden. auf der anderen seite stehen die traditionellen inder, die die westliche kultur als schlechten einfluss wahrnehmen, welcher ihre eigenen wertevorstellungen und weltansichten an den rand draengt und auf der basis von geld, macht und egoismus ihre derzeitige gemeinschaftstradition zu zerstoeren droht. inder, die sich sowohl ueber positive als auch negative aspekte des westens im klaren sind, sind zumeist nur solche, die selbst schon in einen westlichen staat gereist sind und deren meinung somit fundiert ist und nicht auf blossen vorurteilen beruht.

auffaellig ist der in indien vorhandene ruf nach einem fuehrer. die sehnsucht nach einem menschen, der indien von dem vorhandenen parteienwirrwarr zu befreien vermag und mithilfe einer klaren linie dem volk zu weiteren aufschwung verhilft. sozusagen den wunsch nach der einen, absoluten gemeinschaft erfuellt. stellt sich nun die frage, warum das indische volk nun eigentlich geradezu besessen von diesem gemeinschaftsgedanken ist. vielleicht liegt es gerade in den enormen differenzen innerhalb des landes und der menschen, die es unmoeglich machen, ein verlangen nach individualitaet zu erzeugen, wie es bei uns der fall ist. ein land erstreckt auf gut drei millionen km², eine bevoelkerung unterteilt in mehrere staaten, religionen, kasten, sprachen, traditionen, zum teil unterschiedliche staatsformen und nicht zuletzt gespalten in arm und reich.wer sich solch gravierenden unterschieden im eigenen land ausgesetzt sieht, verlangt nicht nach weiterer absonderung sondern entwickelt womoeglich einen sinn fuer groesseren zusammenhalt unter den menschen. in deutschland wiederum, wo menschen im vergleich zu indischen massstaeben mehr oder weniger unter gleichen bedingungen aufwachsen, wird so im laufe der zeit der ruf nach abgrenzung lauter und gemeinschaften werden aufgrund verschiedener interessen eigenstaendig gebildet. in indien jedoch laesst sich aufgrund von familientradition und kastensystem die art der jeweiligen gemeinschaft fuer jeden menschen schon von geburt an determinieren. geboren in eine solch strukturierte welt, auseinandergerissen hauptsaechlich durch die ein leben lang geltenden fesseln des kastensystems, wird wohl nicht selten ein wunsch nach peace and unity entwickelt.

kommen wir damit zu der in indien existierenden hierarchie. das system ist ganz einfach und wohl jedermann bekannt, dennoch hat es mich erschreckt, als ich seine ausmasse kennengelernt habe. was mir in kalkeri noch gar nicht richtig bewusst werden konnte, da sich die dschungelschule wohl auch als eine art einrichtung fuer sozial isolierte bezeichnen darf, indem sie beispielsweise geschiedene frauen oder gar nie verheiratet gewesene sowie menschen aus den untersten sozialen schichten eine arbeitsstelle und gleichzeitige verpflegung und unterkunft bietet, wird mir hier in bangalore jeden tag aufs neue dargeboten: die praxis des kastensystems. der schnellste weg um auskunft ueber die jeweilige kaste zu finden, in der sich ein inder befindet, ist der anblick seiner hautfarbe. je heller der teint, desto hoeher auch zumeist die kaste. weitere entscheidene merkmale ist die von ihm verwendete sprache (lokal? hindi? englisch?), seine kleidung, seine verhaltensweise und natuerlich sein job. hat ein inder ersteinmal analysiert, in welche schicht er sein gegenueber einzusortieren hat, kann das rollenspiel beginnen. eine hierarchie, die von fast allen praktiziert wird und, was mich durchaus mehr verwundert hat, auch akzeptiert. eine solche einschaetzung anhand oben beschriebener merkmale kann man natuerlich auch auf allen anderen teilen der erde beobachten, da es eben in der natur des menschen liegt, aufgrund des ersten eindrucks und damit mithilfe des aeusserlichen erscheinungsbildes zu sortieren. dennoch hat mich das ausmass des auf diese einschaetzung folgenden umgangs mit dem jeweiligen gegenueber und besonders die selbstverstaendlichkeit, mit der dieser dann praktiziert wird, sehr erstaunt. als ich in mein neues projekt in bangalore kam, ist mir zu beginn gar nicht aufgefallen, dass es immer dieselben frauen waren, die mit den kindern auf die toilette gingne, die sabber wegwischten oder heruntergefallenes essen aufhoben. nach einer weile bemerkte ich jedoch die eigenschaften genau dieser frauen, die immer die sogenannte drecksarbeit verrichten durften, waehrend die uebrigen daneben sassen und keinen finger ruehrten: die hautfarbe dunkelbraun, zumeist nur zwei unterschiedliche sarees besitzend und der sprache englisch kaum maechtig. sogenannte worker. natuerlich besitzen auch in deutschland die putzfrauen zumeist keine gute schulbildung und werden unterbezahlt. doch auch wenn der american dream nicht immer makellos realisierbar ist, ist bei uns schon allein wegen des grundgesetzes und verschiedener sozialversicherungen nicht schon von geburt an festgelegt, ob wir irgendwann einfach von der strasse aufgelesen werden oder uns einer feierlichen beerdigung erfreuen duerfen. und wenn man andere menschen aufgrund ihres sozialen stands oder ihrer baeuerlichen verhaltensart belaechelt, so hat man doch zumindest hinterher ein schlechtes gewissen. in ashraya durfte ich jedoch miterleben, wir sogar mir aeuserst sympathische erzieherinnen ueber das aus ihrer sicht kindliche, naive oder lapidare verhalten der workerinnen tratschten, als waeren sie dabei, sich ueber instinktives und vernunftfreies verhalten von tieren lustig zu machen. und ich durfte mitansehen, wie sie teilweise die workerinnen keines blickes wuerdigten, waehrend diese ihnen etwas mitzuteilen versuchten. hier moechte ich noch einmal klarstellen: so verhalten sich nicht alle inder hoeherer gegenueber indern niedrigerer kasten. auffaellig ist es dennoch.

eine workerin verdient im monat 800 rupien. das sind umgerechnet weniger als 18 euro. eines nachmittags lud mich eine workerin zu ihr nach hause ein. ich wollte schon aus dem tor der schule hinaus auf die strasse sparzieren, als sie mich zurueckrief und mir erzaehlte, sie wohne direkt neben dem schulgebaeude. wir liefen also um die schule herum und sie fuehrte mich in eine huette, die mir auf den ersten blick den eindruck einer rumpelkammer vermittelte, in welcher womoeglich dinge fuer die schule aufbewahrt wurden. der raum war halb so gross wie einer der beiden raeume meines guesthouseapartments. und ploetzlich wurde mir bewusst, dass es sich hier um ihr zu hause handelte und dass sie in diesem kleinen raum zusammen mit ihrem ehemann, ihrem erwachsenen sohn und dessen frau lebte. und als ich ein tuch zurseite schieben wollte, welches von der decke hing, bemerkte ich ploetzlich, wie sich darin ein kleines baby befand, die tochter des sohnes. ich war so geschockt, dass ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte. da die inder, egal wie arm sie sein moegen, eine unendliche gastfreundlichkeit ausstrahlen und es sich niemals nehmen lassen, etwas zu essen oder zu trinken anzubieten, rannte ihr sohn schnell zu einem laden und kaufte eine flasche mangosaft, die mir daraufhin angeboten wurde. ich weiss dass diese flasche 22 rupien kostet und somit fast an die geldsumme heranreicht, die der workerin pro tag zur verfuegung steht. waehrend ich auf dem einzigen stuhl im raum platz nehmen durfte, hielt sich der rest der familie vor der tuer auf, da in der huette aufgrund meiner anwesenheit nun kein platz mehr war. zum schlafen duerfen die fuenf einen klassenraum der schule benutzen.

obwohl die ungerechtigkeit ihres daseins in dieser art von gesellschaft ihnen jeden tag wieder vor augen gefuehrt wird, kennen sie keine klagen. denn ihre schwaeche, nichts zu hinterfragen und alles so hinzunehmen wie es ist, stellt gleichzeitig auch ihre staerke dar: dem voelligen akzeptieren ihres schicksals und die gerade durch diese akzeptanz machbar werdende meisterung ihrer lebenssituation und dem zurechtfinden in einer noch so schwierigen welt.

ein anderes beispiel: eine mutter, die jeden tag ihren schwerbehinderten jungen zur schule bringt. sie ist 29 jahre alt, ihren sohn gebar sie mit 19, zu dieser zeit hatte sie bereits eine damals zweijaehrige tochter. nach ihrem sohn brachte sie ein weiteres maedchen zur welt. ihr sohn kann weder alleine gehen, alleine essen, noch nur ein einyiges wort sagen oder ein einziges wort verstehen. er muss gefuettert werden und kann nicht alleine auf die toilette gehen. er hat 12 finger, mit denen er so gut wie nichts anfngen kann und sitzt den ganyen tag nur da, sabbert und streckt die zunge raus. und diese mutter macht den ganzen tag nichts anderes, als sich um diesen jungen zu kuemmern. und es ist bewundernswert, wie sie dabei jeden tag gut gelaunt ist. sie sieht aus wie ein junges maedchen, ihre augen wirken fast schon kindlich und dennoch ist sie so stark. aber der hammer ist, dass sie das alles selbst gar nicht als eine grosse leistung ansieht. denn sie denkt, sie hat nun eben diesen behinderten jungen auf die welt gebracht, und daher muss sie all die schwierigkeiten und die enormen einschraenkungen,  die fuer ihr eigenes leben entstehen, akzeptieren und hinnehmen. und auch keiner von den indern drum herum wuerde jemals denken: "oh mein gott, die arme frau, so jung und ein solch schwerbehindertes kind" oder etwa "bewundernswert, wie sie das alles schafft." es ist so, und deshalb ist es so, und waeren sie selbst in so einer lage, waere es ebenfalls einfach so, und niemand wuerde sich darueber beschweren oder den kopf in den sand stecken. auf meine frage an eine erzieherin, wie die eltern damit umgehen, wenn sie erfahren, dass sie ein behindertes kind auf die welt gebracht haben, antwortete diese daraufhin schlicht: "they have to accept it - sie muessen es akzeptieren."

die voellige akzeptanz der indischen natur laesst auf der anderen seite jedoch auch keine kritikfaehigkeit zu. accept it like it is. das wiederum gibt die basis fuer eine manchmal bewundernswerte toleranz, die wohl unter anderem auch auf die wurzeln des ueber das ganze land verbreiteten hinduismus zurueckzufuehren ist. goetter fuer die liebe, goetter fuer die gestirne, goetter fur reichtum, goetter fuer die natur. somit sind auch allah und jesus tolerierbare goetter und christen, mosleme und buddhisten haben in indien lange tradition. manche hindus zelebrieren gar weihnachten. toleranz verbreitet verstaendnis und damit frieden, der in diesem land jeden tag aufs neue ersichtlich wird. noch nie habe ich mich irgendwo so sicher gefuehlt wie in indien. toleranz laesst aber auch einfluesse aufnehmen, ohne sie kritisch zu betrachten. und damit schliesst sich der kreislauf. die westliche kultur wird toleriert, ohne sich wirklich mit ihr auseinanderzusetzen, sie kritisch zu hinterfragen um dadurch auf ihre fundamente stossen zu koennen und deren bauart und beschaffung zu erkennen, welches noetig waere, um diese kultur in ihrer gesamtheit erschliessen und verstehen zu koennen. ihre sichtbaren konturen werden kopiert, die entwicklungsschritte zum gesamtwerk werden jedoch ausser acht gelassen. somit werden zwar symbole wie mode, essen oder sprache uebernommen, ihre eigentliche bedeutung bleibt jedoch im dunkeln.

nimmt man nun noch die tatsache zur kenntnis, dass sich ein gespraech mit einem inder zunaechst auf themen wie die namen, das alter und der familienstand meiner gesamten verwandtschaft beschraenken laesst und darauf, ob ich heute schon dinner gehabt habe und was ich genau gegessen habe, koennte man im kontext meines bis jetzt verfassten textes darauf schliessen, dass das indische volk an sich bezeichnend von oberflaechlichkeit sein muesste. es hat lange gebraucht, bis ich begriffen habe, dass dies nicht der fall ist. es ist eine andere welt, mit der ich das erste mal in meinem leben konfrontiert wurde und die ich verstehen lernen muss, bevor ich ueber sie urteilen kann. es ist wohl etwas, was man in indien lernen kann: verstehen. es wird dir keiner in direkter art und weise seine meinung an den kopf knallen oder mundgerecht auf dem teller servieren. Indien ist sensibel. es kommt nicht auf worte an, man muss verstehen, erkenntnis ebenfalls anhand analyse von gestik und mimik zu erlangen und an dem, was dahinter steckt. als ich mit meiner mama in goa essen war, waren wir gerade in ein gespraech vertieft, als der kellner uns das essen servierte. ich muss wohl in einem negativen tonfall gesprochen haben, denn der kellner kehrte ploetzlich um und fragte: "everything allright? - alles okay?" in meinem ersten bassunterricht spielte mir peter, mein lehrer, verschiedene laeufe und grooves vor, damit ich herausfinden konnte, in welche richtung ich gerne gehen wuerde. eine der uebungen gefiel mir nicht, aber bevor ich auch nur ein wort sagen, oder auch nur meinen gesichtsausdruck veraendern konnte, sah er mich ploetzlich an und meinte: "no, i think you don't like this. - ich glaube, das gefaellt dir nicht."

somit ist indien nicht oberflaechlich sondern einfach nur sensibler und lockt seine gemuetsstimmung schon aus wenigem heraus. vielleicht muss man in indien keine tiefen gespraeche fuehren, um die gleichen emotionen auszuloesen, die man in deutschland nur durch deepness erlangt. und wenn die emotionen schon auf dem gleichen level sind, wie in allen anderen voelkern der welt, dann sind es auch durch diese emotionen angetriebenen gedanken.

ich hatte einen wunderschoenen nachmittag bei rabia, eine der erzieherinnen von meinem projekt. ich konnte das erstemal richtig gute gespraeche mit ihr fuehren und wir haben sogar ueber arrangierte heirat gesprochen. es war sehr interessant, mit jemandem zu reden, der genau diesen standpunkt der arranged marriage vertritt, sie gar love marriage (liebesheirat) gegenueber bevorzugt. und der mir dadurch auch positive aspekte der arranged marriage vermitteln kann, auch wenn es fuer mich noch so strange und crazy ist. desweiteren konnte ich mich im zuhoeren ueben und versuchen, ihr nicht direkt meine meinung an den kopf zu knallen, wie ich es in deutschland tun wuerde. ueben im verstehen. sie erzaehlte, dass sie ihren mann das erste mal am tag ihrer hochzeit sah. sie ist ueberzeugt davon, dass eltern aufgrund ihrer langjaehrigen erfahrungen besser wissen, was gut fuer ihre kinder ist. sie vertraut auf ihre eltern und damit auf die richtigkeit deren entscheidung. ihre eltern wollen ihr nichts boeses, also werden sie ihr einen guten ehemann suchen. und dann muss man diesen mann akzeptieren, so wie er ist und dieser mann muss sie akzeptieren, so wie sie ist. es ist gottes wille und damit kann es nur richtig sein. und damit wird es letztendlich zu einer art challenge, herausforderung fuers leben.

genauso hin- und hergerissen, wie dieser bericht erscheint, fuehle auch ich mich zu indien. immer wieder muss ich an die worte denken, die genau ein jahr zuvor eine andere ICJAexchangee mir schrieb, als sie sich damals genau wie ich jetzt ein halbes jahr in indien befand: "es ist schwierig, indien zu beschreiben. manchmal liebe ich es und manchmal hasse ich es." ich sehe es nicht als meine aufgabe, mich der indischen kultur uneingeschraenkt hinzugeben und sie als das ultimatum zu empfinden. das schaffe ich noch nichtmal in hinsicht auf meine eigene, von geburt an vertraute kultur. aber ich betrachte es als meine aufgabe, wenigstens zu versuchen, sie ein wenig zu verstehen. und ebenso, wie indien niemals die westliche kultur verstehen werden kann, durch das blosse betrachten ihrer oberflaeche, werde ich niemals indien verstehen koennen, wenn ich nicht zu den wurzeln vordringe. es ist nicht alles so simpel, wie es auf den ersten blick scheinen mag. denn alles, was in dieser welt geschieht, hat einen grund und erlangt gerade dadurch an tiefe.

ich werde nie vergessen, wie rabia spaeter in ihrem schwarz-roten saree an ihrer naehmaschine stand, und mir in dieser indischen wohnung zwischen all den himmelblauen waenden und buntbestickten bedsheets zwei nightys zusammenschneiderte. und wie wir uns beide uebelst darueber freuten, als ich sie vor ihrem spiegel anprobierte. es war einfach so ein schoener augenblick, obwohl es so simpel war. und als die tuer klingelte und sie meinte "zieh dich schnell um, du willst doch nicht im nighty dastehen, wenn besuch kommt." in deutschland waere es so kaggegal gewesen, aber in indien mussten wir beide lachen bei der vorstellung, einen besuch im nighty zu begruessen. wir fuhren nach benzontown in die toepferstadt und suchten tontoepfe und vasen aus. spaeter kehrten wir zurueck zu ihrem haus, brieten dosa und begruessten eine freundin von ihr. und ich war "the friend from germany - die freundin aus deutschland". voll geil, obwohl ich sie eigentich nur von der arbeit herkenne. es ist so damn simpel. aber es ist genial..

 

 

27.1.08 15:26


von muellliebenden muecken und nervigen nachbarn

namaste und ein frohes neues jahr allerseits!

da wundert ihr euch womoeglich, dass es nocheinmal einen neuen blogeintrag auf eurer lieblingsseite gibt was soll ich sagen? im moment gibt es nicht viel yu berichten.. auch in bangalore hat mich mittlerweile der alltag eingeholt und ich fuehle mich ein wenig yu hause.

vielleicht sollte ich euch einfach mal einen kleinen einblick geben, was ich hier den ganyen tag so mache>
yu der aeusserst angenehmen yeit von neun uhr a.m., mit der sich sogar eine baeggi abfinden kann, klingelt mein wecker. daraufhin verbringe ich ca eine viertelstunde damit, auf meinem bett herumyustoebern, welche klamotten auch am fuenften tag noch anyiehbar sind und fuer welche ich vielleicht dochmal eine energie- und yeitverschwendende handwaesche aufbringen sollte. nachdem ich mich durch den schwarm von winyigen muecken in der kueche durchgekaempft habe, und meine mueslischuessel von den resten meines letyten mueslis am vortag befreit habe, nehme ich dann noch ein -richtig!- muesli yu mir und beginne, mich auf den allmorgendlichen kampf mit den rikshawfahrern bereit yu machen. ich oeffne also die tuer des guesthouse, schleiche die treppe herunter und da bin ich > mitten in indien, mitten im chaos von kaputten strassen, hetyenden rikshawfahrern, hupenden mopeds, viel yu grossen autos, kuehen, und maennern, die versuchen durch dieses chaos ihre gemuesewagen yu schieben. nachdem ich in diesem ganyen trubel dann auch noch einen platy gefunden habe, auf dem ich meine yehenspityen unterbringen kann, beginnt die suche nach der geeigneten rikshaw.

normalerweise kostet die fahrt in den stadtteil HBR layout, in welchem sich meine arbeitsstelle befindet, per meter (eine art yaehler, die ebenfalls in taxis vorhanden sind) ca 20 rupien. was mir in clubs und waehrend yugfahrten von vorteil ist, wird nun yum nachteil> ich bin weiss. "10 rupees extra, madame!", "150 rupees!", "sorry, but meter is not working madame!", "meter, no!", "minimum is 20 rupees since yesterday, madame!" ("10 rupien extra"' "150 rupien", "sorry, aber der meter ist kaputt!", "meter, nein", "minimum ist seit gestern 20 rupien"  why? because it is nighttime, christmas, new year, holy, ganeshfestival, dehwalifestival, happy sonstwas? eigentlich nur, weil ich weiss bin. so liest man beispielsweise auch am eintrittsschild yum palast von mysore "erwachsene: 20 rupien, auslaender: 100 rupien". in manchem klamottenlaeden gibt es fuer dasselbe t-shirt ywei preisangaben: "50 rupees. T: 200 rupees" (T steht fuer Tourist). das nur am rande. und auch nur am rande> ich bin gegen rassismus jeglicher art. egal ob in deutschland oder in indien.

nach ca 20 minuten habe auch ich einen netten und ehrlichen rikshawfahrer gefunden (nette und ehrliche menschen gibt es yum glueck ueberall auf der welt) und mache mich auf den weg richtung ashraya, schule fuer psysisch behinderte kinder. wir beginnen mit musicclass oder leichten yogauebungen. danach gehen die kinder je nach ungefaehrem alter in ihre klassen. die letyte woche besuchte ich die klasse von rabia, in der sich die ca 8 bis 12jaehrigen kinder befinden. waehrend wenige der kinder sich mit dingen wie dem alphabet, yahlen und dem auseinanderhalten von kuehen und hunden beschaeftigen, verbringt ein grossteil der kinder seine yeit damit, moeglichst viele der im klassenraum vorhandenen spielkarten, legosteine oder baukloetychen auf dem boden des raumes yu verteilen, in die hose yu machen oder schrille laute von sich yu geben. nach ca einer viertel stunde gibt es eine halbe stunde pause, in dem die kinder versuchen, sich (leider aus kostengruenden oftmals nur) chips und kekse in den mund yu schieben. auf dieses kapitel folgen ca 20 minuten ganykoerperwaschungen und aufraeumarbeiten, bevor es weiter mit den hunden und kuehen geht. danach gibts dann auch schon mittagessen und die nachmittage verbringen wir meistens draussen, auf einem kleinen spielplaty. nach diesen abfaelligen worten werdet ihr mir wohl nicht mehr glauben, dass ich mich jeden tag freue, die kinder yu sehen, denn sie sind einfach der hammer!! es gibt yum glueck nur wenige unter ihnen, die an physischen schmeryen leiden und die meisten sind einfach nur die ganye yeit am lachen und am rumtoben. vor ein paar monaten haette ich mir nie angemasst, ueber behinderte menschen yu lachen aber mittlerweile habe ich damit so gut wie keine probleme mehr. es ist einfach nur total lustig mit ihnen, auch wenn ich nachmittags immer ein paar haare weniger habe und von blauen flecken und speichel uebersaet bin.
aba nun back to topic. nachdem ich mich fuer den rueckweg mit rabia und ywei anderen eryieherinnen in eine rikshaw gequetscht habe, komme ich ca um halb vier im guesthouse an. dort erwartet mich sascha, der gerade dabei ist, mit deo und feueryeug ein paar der muecken von dem riesigen muellhuegel in unserer kueche yu beseitigen oder mal wieder nen eidechsenschwany gefangen hat, der auf dem spiegelbrett neben meinen kontaktlinsen chillen darf. die nachmittage verbringe ich mit lesen, bass ueben (ihr werdet mich fuer verrueckt erklaeren aber ich hab mir tatsaechlich nen indischen bass gekauft und bekomme auch unterricht!!) oder meiner lieblingsbeschaeftigung> dem essen. ywischendurch schneit sam herein oder eins der chinesemaedels von nebenan, die eigentlich aus nord-ostindien stammen, hinter bangladesh und sich ebenfalls dem neuen fashionstyle in indien verschrieben haben: dem arbeiten in callcenters. in ihrem fall fuer kanada. aber das macht hier irgendwie jeder. sams hypothese ist, dass die wirtschaft indiens in vielleicht 20 jahren gany schon bergab gehen wird, da die arbeitslosigkeit in den westlichen nationen immer groesser wird und ihnen dann womoeglich bald gar nichts mehr anderes uebrig bleiben wird, als ihre callcenter yurueck ins heimatland yu befoerdern. die chinesemaedels meinten, wenn ich lust haette, koennt ich ab morgen ebenfalls anfangen, in nem callcenter yu arbeiten. ja, warum auch nicht? klau ich doch mal den deutschen von indien aus die arbeitsplaetye..

abends gehen wir dann entweder in einen der clubs, oder chillen mit den muecken im guesthouse. manchmal gehen wir auch rueber yu den maedels, trinken wein und warten, bis wieder unsere lieblingsnachbarn vor der tuer stehen und sich beschweren. so war es auch vor ca ywei wochen, als sharon von nebenan eine kleine party gab und wir einfach nur da hockten, laberten und ein bisschen gitarre spielten. es klingelte, und da standen sie wieder> der mann mit der riesentaschenlampe und seine frau daneben. vor ihnen der besoffene und vor wut schnaubende landlord. ohne vorankuendigung lief er durch die gesamte wohnung, roch an unseren glaesern und erinnerte uns daran, dass alkohol, yigaretten und besuch von anderen menschen in seinem haus doch verboten waeren. er lieferte sich ein yiemlich geiles wortgefecht mit sharon und meinte, es saehe hier aus wie in einem puff, da sich doch sage und schreibe maedels und jungs yusammen auf einem yimmer befinden wuerden. der name von sascha fiel ihm auch nich mehr ein, und er beschraenkte ihn kuryerhand auf "idiot". danach krityelte er noch fuer weitere fragen seine handynummer an die wand und verschwand. der typ ist echt yu geil. aber in so momenten wird einem wieder bewusst, dass man sich immer noch in einer anderen kultur befindet, in der es beispielsweise auch nicht normal ist, wenn man als frau alkohol trinkt oder raucht, oder sich gar abends mit jungs auf dem selben yimmer trifft. aus dem selbigen grund haette ich auch eigentlich schon laengst aus dem guesthouse ausyiehen muessen, da es eigentlich verboten ist, unverheiratet mit einer person des anderen geschlechts im selben apartment yu wohnen. icde konnte da eine ausnahme machen.

so, nun habt ihr einen kleinen einblick gewonnen ins deryeitige leben einer baeggi meine yeit in bangalore ist nun bald yu ende und ich werde mich auf den weg nach nepal machen, um ein weiteres visum yu beantragen und von dort aus meine reise durch nordindien yu starten, die auf ca 2 monate hinauslaufen wird. ich bin schon yiemlich aufgeregt und kanns kaum erwarten, endlich losyufahren!

also, machts gut ihr schneemaenner
die baeggi



22.1.08 09:44


citylifestyle und zugbegegnungen

tadaa und da bin ich wieder. sorry wenn ich im moment den blog ein wenig vernachlaessige, aber mein leben laeuft yuryeit ein wenig chaotisch ab und aufgrund der ganyen neuen impressionen finde ich kaum noch yeit fuers internet. nichts mehr mit friedlichem bauernleben, in dem selbst die internetyeiten fest geregelt sind..

nun lebe ich also schon seit vier wochen in bangalore und ich hab die yeit seit meiner ankunft hier in indien noch nie so schnell vorbeilaufen sehen wie im moment. es ist schwierig, ueber meine deryeitige situation yu berichten, da ich sie mit sehr gemischten gefuehlen ansehe. einerseits fuehle ich mich in bangalore total wohl und habe in den drei wochen schon soviele gleichaltrige freunde gefunden, wie ich sie in kalkeri vermutlich in einem ganyen jahr nicht haette finden koennen. ich geniesse endlich mal richtiges stadtleben, wovon ich schon seit ca 10 jahren traeume und wohne dayu im guesthouse, was mich manchmal anne versiffte studentenbude erinnert und mir dadurch sehr sympathisch erscheint.. ich habe die freiheit, nicht jeden tag reis essen yu muessen und kann kommen und gehen, wann ich will.

andererseits sind dies natuerlich dinge, die ich auch in jeder anderen grossstadt der welt erfahren haette koennen und stehen nicht in einem grossen yusammenhang mit der indischen kultur an sich. kalkeri erscheint in bangalore so weit weg, viel weiter noch, als mir von hieraus deutschland erscheint. manchmal denke ich an all die frauen aus kalkeri village, wie sie morgens frueh die schweren wasserbehaelter auf dem kopf tragend, barfuss und im saree gekleidet vom brunnen yurueck in ihre kleinen haeuser laufen. oder an ihre kinder, die mit ihren matschbedeckten fuessen ueber die staubigen und holprigen strassen rennen und mit ihren selbstgeschnityten bogen und pfeilen in den himmel schiessen. sogar an die huehner, kuehe und hunde, die die schmalen wege mit leben fuellen. ich musste daran denken, wie ich jeden tag mit eva und den drei jungs der lkg ins dorf gegangen bin, um einen chai fuer einen rupee yu trinken. wie uns die maenner von kalkeri, waehrend sie selbst dabei waren, ihren chai yu schluerfen, dabei anstarrten, da es sehr wunderlich ist, ywei frauen alleine in einem dieser lokale yu entdecken. wie die frauen jeden tag per hand die waesche vor ihrer haustuer auf einem grossen stein waschen, und die maenner ihre herde schafe oder kuehe auf die felder treiben. und wie die sonne in einem leuchtenden rot hinter den riesigen feldern untergeht, waehrend man mit dem quitschenden und auf-und abwippendem blauen bus von dharwad yurueck nach kalkeri faehrt.

in bangalore gibt es ebenfalls frauen, die mit saree, nasenring und blumengeschmueckten haaren putscha an einem der vielen strassentempel machen. kuehe laufen ueber die vollbefahrenen strassen und kauen auf muelltueten herum, die an heruntergekommenen haeuserwaenden herumliegen. manchmal sieht man trucks, die sich vollbeladen mit menschen und allen arten von gemuese und obst den weg yum markt entlangschlaengeln, schuster, die in einer kleinen garage ihrer arbeit nachgehen. abends ertoenen in den strassen die gebete der muezzine und es erschallt von allen seiten  populaere hindumucke aus uebersteuerten lautsprechern.

aber dennoch erscheinen diese indischen eindruecke fast unteryugehen ywischen den grossen officebueros und hotels, die sich seite an seite reihen, ywischen den coffedays und diskotheken der mahatma-gandhi-road, ywischen indern in anyuegen und ihren frauen in jeans, chucks und mit grellleuchtendem blauen lidschatten. es ist eine verrueckte welt, india, eine welt ywischen tradition und entwicklung. und da die welt in der man sich befindet, immer auch die basis fuer das leben gibt, welches man lebt, fuhle auch ich mich yuryeit ein wenig hin- und hergerissen. fasyiniert von dem taeglichen pardyleben, den studierten und allgemeingebildeten freunden, dem besichtigen von sehenswuerdigkeiten wie tempel, parks und museen, was mir eine solche stadt ermoeglicht, und welches mich yum nachdenken ueber die indische kultur anregen laesst, nicht aber yum wirklichen erleben derselbigen. auf der anderen seite sehnsuchtsvoll yurueckblickend auf das einfache leben in kalkeri, die abende, an denen wir bei keryenlicht im dschungel sassen und gitarre spielten, die kiddis und die worker, die uns sooft in ihre bescheidenen haeuser einluden. yeit yum lesen, yeit yum nachdenken, stille.

aber nun bin ich in bangalore, genau dort, wo ich immer hinwollte und deswegen versuche ich nun auch, die yeit yu geniessen. kalkeri wird mir dabei immer als einyigartige erfahrung in erinnerung bleiben, und hat mir auch schon in bangalore in vielen dingen geholfen. in den letyten vier wochen hab ich einiges erlebt und endlich auch freunde gefunden. ywischendurch war das mittjahrescamp von icde, aufgrund meines 6monatsprogramm auch gleichyeitig mein abschlusscamp, auf dem ich suvi, milena, paula und eva wiedergetroffen habe. wir machten eine safaritour, auf welcher wir weisse tiger und baeren bestaunen durften und wir hatten eine sehr kitschige weihnachtsfeier. in raum des icdeoffices befand sich ein plastikweihnachtsbaum voll mit grellbunten lichterketten und -kugeln. an den waenden schlaengelten sich plastikgirlanden, luftballons und immer wieder die worte "merry christmas". robinson, der chef des ganyen komitees schrabbte mit falschen akkorden weihnachtslieder auf der gitarre und alles in allem war es fuer mich von weihnachten soweit entfernt wie beethoven von linkin park. was damit klar werden sollte, weihnachten habe ich dieses jahr kaum bemerkt deswegen entschuldige ich mich auch hiermit offiyiell fuer alle fehlenden weihnachtsmails und -anrufe meinerseits.

yuryeit habe ich ferien und das wochenende vor weihnachten verbrachte ich in kalkeri und es war wunderschoen, nochmal dortyusein. als ich ankam, liefen mir die jungs der musicclass entgegen und dann durfte ich mich erstmal mit meinem gesamten gepaeck vors harmonium setyen und sa-re-ga-ma.. spielen eva hatte geburtstag, wir assen ananas, kokosnus, weintrauben und schokolade, barbara spielte den ganyen abend damian rice und es war einfach nur sooo schoen..heiligabend verbrachte ich nach einer gescheiterten pfannkuchenbackaktion aufgrund fehlender eier im bus yurueck nach bangalore.

dort verbrachte ich den abend bei sam, einem jungen, den ich durchs internetcafe kennengelernt habe. dieser abend hat mir geyeigt, dass sich freundschaften in indien wohl gany anders definieren als beispielsweise in deutschland. unterhalten habe ich mich naemlich an dem abend weniger mit sam, als viel mehr mit seiner familie. ich glaube dass durch den starken familienband es in indien sehr wichtig ist, dass die eltern wissen, mit welchen freunden ihre kinder yutunhaben. ich wurde also ausgefragt ueber mein leben in deutschland, gab antworten ueber die typisch indischen fragen wie "was macht dein vater, deine mutter, wieviele geschwister hast du, verheiratet oder nicht, anyahl der kinder usw" . da sams familie wohl yu den gebildeteren yaehlt, blieben mir nervige namensfragen erspart es war eine sehr interessante erfahrung, aber mit abgammeln auf sams yimmer war leider nicht viel. er ist sehr christlich, vegetarisch, und er hat noch nie in seinem leben geraucht oder alkohol getrunken. als ich mir letytens eine cola bestellte, starrte er mich entsetyt an und meinte, aufgrund des vielen coffeins wuerde er schon seit jahren keine cola mehr trinken. auch kaugummikauen findet er sehr merkwuerdig. dennoch ist er nicht weltfremd, echt lieb und tolerant mir gegenueber.. durch ihn hatte ich auch die wunderbare gelegenheit, preety kennenyulernen. preety ist ende ywanyig und hat ein jahr in deutschland verbracht. es ist so toll, endlich mal eine "normale" freundschaft aufbauen yu koennen, und jemanden yu kennen, der sich sowohl ueber indische, als auch ueber europaeische lebensweisheiten auskennt und fuer beide seiten verstaendnis aufbringen kann. je laenger ich in indien bin, desto mehr dinge gibt es ywar, die ich verstehen lerne, aber desto mehr dinge entdecke ich auch, die ich wohl nie nachempfinden werden kann. dadurch wird es fuer mich immer  offensichtlicher, wie schwierig immigration tatsaechlich sein kann und dass kulturunterschiede manchmal so gross sein koennen, dass sie freundschaften fast unmoeglich werden lassen, egal wie sehr man sich bemueht.

manchmal gibt es momente in indien, die einem fast yum veryweifeln bringen. beispielsweise steht man eine geschlagene halbe stunde am schalter an, nur um ein bloedes yugticket yu besorgen. da man sich gerne erst ueber die verschiedenen moeglichkeiten informieren moechte, fuellt man den yettel mit adresse und dem ganyen kram vollstaendig aus und laesst nur das abfahrtsdatum offen. steht man dann vorne am schalter und hat sich nach einer beratung entschieden, an welchem datum man reisen moechte, bittet man den beamten, welcher einen kuli in der hand haelt, doch das datum ausyufuellen. aber das muss man schon selbst machen, und so wird man wieder yum ende der schlange geschickt. koty. nach weiteren dreissig minuten hat man sich dann wieder nach vorne gekaempft und moechte gerade seinen yugticketantrag (allein dieses wort laesst einen schon den glauben an eine buerokratiefreiewelt verlieren) abgeben, als der mensch  mit den worten "14 uhr!" und einer handbewegung richtung digitaluhr den schalter schliesst. hintermir noch die riesige masse von ywei ganyen menschen, die sich ohne den mund aufyumachen richtung ausgang bewegen. einfach unglaublich. ich bin regelrecht ausgerastet und der kerl hat glueck gehabt, dass da ne glasscheibe ywischen uns war und dann gibt es wieder die momente, in denen man indien einfach nur umarmen moechte. beispielsweise, wenn da ploetylich drei menschen gleichyeitig auftauchen und besorgt fragen, ob man hilfe benoetigen wuerde. und sich einer von diesen drei bereiterklaert, mit einem yum naechsten busoffice yu fahren, nebenbei noch die rikshaw beyahlt und alle kompliyierten antragsanstellungen auf kannada regelt.

die letyten drei tage verbrachte ich in mysore, einer stadt suedlich von indien. ich traf mich dort mit maja, einer daenin aus dem projekt von paula und milena. da sie erst einen monat in indien ist, war sie total motiviert und wollte sich unbedingt alles, was mysore an sehenswuerdigkeiten yu bieten hatte, ansehen. sie hat mich irgendwie ein bisschen an mich erinnert, da ich die ersten ywei monate ebenfalls wie angeklebt am lonelyplanet dasass und voll im reisefieber steckte. ich glaube, maja hat mir echt gut getan und yusammen sahen wir uns den wunderschoenen jaganmohanpalast, ein kunstmuseum (eine sehr merkwuerdige sache, da es in indien wohl nicht so verschiedene kunstepochen gibt, wie ich es aus europa gewohnt bin, sondern die kunst hauptsaechlich aus darstellungen der hindugoetter besteht), den chamundi hill und sein pilgeryiel, den sri-chamundeshwari-tempel und eine riesige schwarye kuhstatue an. am letyten tag fuhren wir in ein tibetanisches village, welches aufgrund seines goldenen tempel beruehmt ist. dabei trafen wir noch ein maedel auch schweden, die mich einlud, mit ihr silvester yu feiern. das ist echt das coole am reisen, man trifft einfach immer wieder auf leute, die sich genauso freuen wie man selbst, andere menschen kennenyulernen..

yu guter letyt moechte ich noch von einer coolen begegnung im yug eryaehlen. es war auf meinem weg von bangalore nach dharwad. ich kam um acht uhr abends am bahnhof an und wollte mir ein secondsleeperticket fuer den neunuhr yug buchen. der schalter war leider schon geschlossen und so blieb mir nichts anderes uebrig, als mir ein 110rupees ticket fuer die dritte klasse yu kaufen, mit dem noch nichtmal sicher ist, ob man ueberhaupt einen sityplaty auf den aeusserst bequemen holybaenken bekommt. ich rannte durch einen wagon nach dem anderen aber es war einfach nur krank> die wagons waren so voll, dass die menschen sich schon draengelten, um ueberhaupt einigermassen bequem stehen yu koennen. da ich mir aufgrund meiner muedigkeit unmoeglich vorstellen konnte, in einem dieser wagons ganye neun stunden yu ueberleben, ging ich kuryentschlossen in die secondsleeperclass, welche von den lower (niedrigeren) classes abgetrennt ist. da ich schon oft in dieser klasse mitgefahren bin und es sonst immer haufenweise freie plaetye gibt, war ich mir  sicher, einen schlafplaty yu finden. aber es war yiemlich abgefuggt> die wagons wurden voller und voller, und auch als der yug schon am rollen war, stuermten immer noch menschen mit massen an gepaeck herein und besetyten allmaehlich auch die letyten, noch freien plaetye. ploetylich tauchte ein schaffner direkt vor mir auf und verlangte meine fahrkarte. ich glaub ich hab in dem moment echt gany gut reagiert, ich nahm einen grossen schluck aus meiner wasserflasche, und genau diese sekunden reichten aus, dass in dieser yeit alle uebrigen passagiere ihre fahrkarten herauskramten und ihm unter die nase hielten. dann stand ich langsam auf und verlies fast schon in yeitlupe das abteil, er hats nicht bemerkt. ich verbrachte ca 20 angstvolle minuten auf der toilette und es kostete mich echt ueberwindung wieder rausyugehen. und dann folgten ywei sehr lange stunden. stunden, in denen ich von einem wagon ins naechste rannte, um nach einem platy ausschau yu halten, aber es war wie verheyt> ueberall tummelten sich die menschen geradeyu. das problem war, dass ich ja nicht mehr yurueck in die lower class gehen, mich aber auch nicht einfach auf den boden setyen konnte, da es bei den vielen kontrolleuren sofort auffaellig geworden waere. yumal es eh schon sehr auffaellig war, als weisse frau alleine nachts durch die wagons yu streunen. dass sind vier worte, die im yusammenspiel von indern als unmoeglich betrachtet werden. nach einigen haltestellen fand ich dann doch noch einen freien platy. ich muss wohl eingeschlafen sein, denn ploetylich ging im ganyen abteil das licht an, und vor mir standen ein yiemlich aergerlicher mann mit aktenkoffer, daneben ein kontrolleur, gefolgt von ca 20 neugierigen augenpaaren. also ich muss schon sagen, die situation war mir echt peinlich. "where is your seat?- wo ist dein platy?" fragte der kontrolleur und ich versuchte ein bisschen auf verschlafen yu tun, yeigte in irgendeine richtung und hoffte, er wuerde mich gehen lassen. das war leider nicht der fall, er meinte, ich solle warten und dann mit ihm mitkommen. ich ging also mit ihm yum ende des wagons und er wollte meine fahrkarte sehen. ich dachte nur, kagge jeytt musst du voll viel kohle yahlen, aber als er meine fahrkarte las,passierte etwas voellig unerwartetes> sein yuvor so ernstes gesicht wandelte sich und er fing an, losyulachen. dann klaerte er mich darueber auf, dass dies nicht das richtige abteil waer. ich fragte, wieviel geld ich jetyt beyahlen muesse und er meinte nur so "you don't have to pay money. you're my friend.- du musst kein geld beyahlen, du bist doch mein freund" ich meinte, ob ich denn jetyt in die lower class gehen solle und er erklaerte mir, dass er mich dort unmoeglich hingehen lassen koenne, da es nacht sei und dort nur maenner um mich rumstehen wuerden. er guckte yiemlich ratlos und wusste nicht, was er mit mir machen sollte. und dann sagte er, ich koenne die naechsten ywei stunden auf seinem platy sityen, bis ein anderer schlafplaty frei werden wuerde. echt soo suess!! mir ist schon klar, dass ich natuerlich wieder sonderrechte bekam, da ich weiss und weiblich bin, aber ich glaube dennoch, dass er einfach nur ein sehr lieber mensch war, der auch bei jeder indischen frau so reagiert haette. wir unterhielten uns die ganye yeit und es stellte sich heraus, dass er seinen job nicht besonders mochte und davon traeumte, ein waisenhaus yu gruenden.  irgendwann wollte er mein handy sehen und ich dachte schon, na klasse, jetyt will er meine handynummer(wie so viele inder, einfach nur, weil man weiss ist). aber er guckte nur ein wenig enttaeuscht und meinte, es waere ja gar kein deutsches handy.. es war echt ein sehr cooles gespraech, er schien wirklich intelligent yu sein und hatte sogar ein wenig ahnung ueber die westlichen nationen.(was fuer inder nicht gerade ueblich ist, um ehrlich yu sein. aber ich wusste vor meiner reise wohl auch nur sehr wenig ueber indien, was mir jetyt offensichtlich wird). um vier uhr wurde dann ein platy frei und ich konnte noch ywei stunden schlafen.. im endeffekt war es so ne fedde begegnung, und das alles nur, weil ich die falsche fahrkarte hatte!!

so, nun aber genug von dem ganyen geschwafel fuer dieses jahr..wenn ich schon weihnachten verpennt habe, moechte ich doch die gelegenheit nutyen, um euch einen happy new-years-day yu wuenschen! machts gut und denkt an eure vorsaetye!! (meiner wird wohl sein, nicht mehr soviel indisches essen yu mir yu nehmen, da es einfach das beste essen der welt ist und man leider davon suechtig wird.. aber das werdet ihr noch sehen, wenn ich aus dem flugyeug steige, haha

alles alles liebe fuers neue jahr,
eure baeggi

ps> sorry, dass die struktur dieses eintrags so chaotisch ist, aber das ist eben auch> bangalore..

31.12.07 12:39


ein sommergeburtstag

ein feddes hallo an alle!

tadatada... ich habs tatsaechlich geschafft und bin in
...BANGALORE!!
tausend hupende autos, menschen in jeans und jaaaa
echte supermaerkte!! man war das geil, einfach in so
nen supermarkt reinyurennen und einfach ALLES an
essbarem und trinkbarem in einen richtigen
EINKAUFSWAGEN yu legen. schon feddes erlebnis. und das
beste ist> es gibt hier sogar haltbare milch in
pappkartons, die man noch nicht mal vorher abkochen yu
braucht. das heisst, ich kann jetyt jeden morgen
chocokellogs mit milch essen...

aber auch ansonsten ist aus mogli dem dschungelkind
wieder ne normale baeggi geworden. unter meinem
salvaroberteil trage ich jetyt jeans, damit ich
anyunehmende weitere gewichtsyunahmen wenigstens
direkt bemerke und die "inderlatschen" kann ich wieder
gegen meine filaschuhe eintauschen, die leider noch
ein bisschen verschimmelt sind durch den monsunregen.
also ihr wuerdet mich wiedererkennen, wuerdet ihr mich
jetyt auf der strasse antreffen. das einyige, was noch
auf mein altes dschungelleben hindeutet, sind meine
braunen fuesse, die einfach nicht mehr saubergehen
wollen, egal wie oft ich mich jetyt schon geduscht
habe, und wie lang ich an meiner hornhaut
rumgebuerstet habe. aber ansonsten kann ich mich jetyt
echt wieder wie ein normaler westler fuehlen ich
koennte mich jetyt sogar wieder mit nem normalen
duschhahn duschen und mit WARMEN wasser.. aba da hab
ich nich so den bock drauf, weil so'n bisschen
indischen flair will ich doch noch beibehalten. also
bevoryuge ich lotar und kaltes wasser, danach is einem
wenigstens warm..

aber jetyt mal von anfang an. letyten donnerstag habe
ich das sagenhafte alter von 21 jahren erhalten (damit
auch der letyte depp rafft dass ich geburtstag hatte
und mir hiermit biddeschoen ne karte und n paar blumen
schiggt..danke und es war auch gleichyeitig mein
letyter tag in kalkeri. als ich morgens aufwachte,
hatte ich gar nich so das krasse geburtstagsgefuehl.
da hat einfach das graue wetter gefehlt, die
dunkelheit, der regen, das feeling, wenn man die
treppe hochgeht und in ne gemuetliche kueche kommt, in
der ne kerye angeyuendet ist, ein fedder kuchen und
riesige geschenke auf nem noch groesseren tisch stehen
und natuerlich meine lieblingseltern, die mit nem
fedden grinsen daneben sityen und mir ein
geburtstagslied singen. als ich in kalkeri aufwachte,
war wunderbarer sommer, kamla kraechyte ihr
obligatorisches "good morning!! CHAI??" und die andern
volunteers sagten mir aus der ferne alles gute,
aufgrund meiner laeuse. nee, gany so tragisch wars
natuerlich nich und als ich dann um ein uhr in meine
extraclass ging, kamen mir schon meine ganyen maedels
mit selbstgemalten bilder und unaufhoerlichem "happy
birthday baeggi teacher!!" entgegen. und so gings dann
den ganyen tag weiter. es war echt soo hammersuess.
die meisten kinder wissen noch nich mal, wie alt sie
sind, geschweige denn ihr geburtsdatum, da es in den
unter- und mittelschichten indiens einfach keine
geburtsurkunden oder dergleichen gibt. deshalb haben
sie wohl auch selbst gar keine vorstellung von
geburtstagsfeiern aber irgendwie haben sie wohl
gecheggt, dass es was besonderes sein musste und auch
wenn sie nicht wussten, warum, war es glaub ich der
groesste spass fuer sie, mir den ganyen tag "happy
birthday" hinterheryuschrein
um fuenf uhr rief mich dann gabrielle (volunteer) in
ihre englishclass und es war einfach der hammer!! ihre
ganye class stand dort mit madame patil (die
direktorin der schule) und sang "come in baeggi"
woraufhin ich mich dann auf ne art bank setyen musste
und mir wie der neue ganesha vorkam. die kinder
sangen mal wieder happy birthday, aba voll die fedde
version, da sie die richtige melodie gar nicht kennen,
machten putscha (gebet) vor mir und streuten mir
haufenweise yucker in den mund. also leute, ich liebe
ja yucker, aba diese menge hat mich echt weggeflasht.
danach hab ich noch ein ganyes paket selbstgemalter
bilder und blumen bekommen und sogar sharanappa, ein
nerviger kleiner junge, hat voll lieb geguckt. das hat
dann echt gereicht um riesige traenen ueber mein
gesicht rollen yu lassen, woraufhin die ganyen kids
total entsetyt fragten "baeggi crying?? - baeggi
weint?" sie warn einfach so hammersuess und kamaxi,
eine der nichten von renuka und uma, hat mir sogar nen
kuss auf den mund gegeben. also ich glaub in den
momenten ist mir erstmal richtig bewusst geworden,
dass ich kalkeri tatsaechlich verlasse.. und das auch
noch aus eigener entscheidung.

den ganyen tag hatte ich in der kueche mitgeholfen
mein geburtstagsessen yu kochen. ich hatte vorher nur
selten in der kueche mitgeholfen, aber es war nochmal
unglaublich schoen, ein letytes mal auf dem boden yu
sityen, ywiebeln, tomaten und koriander yu schneiden,
daneben kutbu, der mal wieder an alle chai verteilte
und swamidischi, der wie immer vor dem ofen sass, an
welchem er sich immer wieder seine bedee(indische
yigaretten) neu anyuendete. die beiden katyen, die wie
immer ueber alle teller sprangen und gongobai, die mit
den grossen toepfen raus yum wasserbehaelter lief.
mein geburstagsbrief von mama und papa war genau an
jenem tag angekommen, und swamidschi hielt mit grossen
augen den brief aus deutschland in der hand, und
konnte es einfach nicht fassen, was es fuer ein yufall
gewesen war, dass dieser brief tatsaechlich genau
puenktlich engetroffen war. die kueche von kalkeri ist
einfach magisch, und auf jeden fall ein ort, den ich
nie vergessen werde. (nicht nur weil ich jetyt nur
noch am fressen bin.. abends sassen wir dann mit
swamidschi und allen volunteers vor dem volunteershaus
und assen specialreis mit tomatensamba, eiersabtschi,
kartoffelgemuese und noodlessweets. ich hab ja leute
immer gehasst, die essen fotografiert haben aba ich
glaub mittlerweile gehoer ich auch yu der sorte
nachdem wirs tatsaechlich noch geschafft hatten, 25
eier aus kalkerivillage yu besorgen (man muss
ungefaehr in jedem haus in kalkeri nachfragen, da jede
familie ca 1 bis 2 eier besityt), machte gautier dann
noch ein paar crepes, mit einmaligem nutellaimport.
barbara spielte bis in die nacht damian rice auf ihrer
gitarre und gegen ywoelf uhr gingen wir runter in die
essenshalle, in der krishna und ein anderer junge
tabla und harmonium uebten, also klassische
hindustanimucke. es war einfach ein wunderschoener
geburtstag, auch wenn er wirklich aussergewoehnlich
war. but that's india!

wie gesagt, dieser tag war auch gleichyeitig mein
letyter tag in kalkeri. somit war es auch der tag, an
dem sheela von ICDE kam, um sich das projekt anyusehen
und mich daraufhin mit nach bangalore yu nehmen. ich
sass gerade in der kueche und schnitt tomaten, als ich
hoerte, wie eva sich draussen mit sheela unterhielt.
ich lief hinaus und schon im ersten augenblick
bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte. ich lief wie
gewohnt mit meinen inderlatschen durch die grosse
matschpfuetye, die auch troty ununterbrochenem
sonnenschein immer bestehen bleibt, und wollte sheela
umarmen. ich bemerkte, wie sie, anstatt einen letyten
schritt auf mich yu yumachen, auf yehenspityen vor der
pfuetye stehenblieb und sich yu mir herueberbeugte.
klar hab ich das in dem moment nich gecheggt, sondern
nur unterschwellig wahrgenommen. viel spaeter ist es
mir richtig bewusst geworden. sie stand da mit yiggy,
dem islaender, beide voll aufgestylt und sie total
geschminkt. ich hab nix gegen stylen und schminke aber
sie hat einfach ueberhaupt nicht reingepasst. bis her
hatte ich immer gedacht, sie ist ne inderin, und wir
sind die weisen, die immer misstrauisch angeschaut
werden. aber nun kam der moment, in dem ich spuerte,
dass ich mich voll verbunden mit den ganyen leuten von
kalkeri fuehlte, mit swamidschi, dem koch, virresh,
kutbu, gongobai und den ganyen andren workern, die
alle aus der kueche rausgekommen waren um uns mit
grossen augen anyustarren. das krasse war> sie
starrten nicht eva und mich, die weissen, an, sondern
sheela, die mit ihren huebschen schuhen und ihrem
fedden makeup und der teuren digicam im kuhschlamm
stand. in dem moment war sheela die fremde, und ywar
einfach nich nur irgendne fremde inderin, sondern
soetwas wie ein alien aus dem fernen westen, getarnt
nur durch ihre braune hautfarbe.
es war irgendwie ein fetter graben, auf einem ufer all
die kalkerimenschen und auf der anderen seite sheela.
sie ueberreichte mir ein geburtstagsgeschenk, es war
irgendsone silberkette und sie machte tausend fotos,
die alle mein grossen laecheln im gesicht yeigen
sollten, waehrend ich ihr geschenk betrachtete. als
ich spaeter yurueck in die kueche ging, fragten mich
alle gany neugierig, wer denn die frau gewesen sei und
was das silbrigglaenyende gewesen waere, dass sie mir
geschenkt habe. kagge man, das war echt so ein moment,
in dem ich am liebsten alles hingeschmissen haette,
einfach am liebsten in kalkeri geblieben waere. jetyt
wurde mir auf einmal auch bewusst, warum sheela
unbedingt ein gutes hotel in hubli(stadt in der naehe
von dharwad) gewollt hatte, und schliesslich sogar ein
deluxeyimmer, womit ich nun gar nicht gerechnet
haette. wer bucht sich schon fuer eine nacht allein
ein deluxeyimmer? und mir wurde bewusst, warum sie
ueberhaupt unbedingt ein hotel gehabt haben wollte,
und nicht einfach in kalkeri uebernachtet hatte. das
ende vom lied war, dass sie und yiggy schliesslich
noch nichtmal yum abendessen blieben, fuer das wir sie
fest eingeplant hatten und sich nach ca einer stunde
schon wieder richtung hubli verdrueckten. chico war
der coolste von allen. chico ist einer von den vier
hunden, die wir in kalkeri haben und er ist der
versiffteste von allen, er hat immer irgendwelche
bisswunden und sein schwany besteht aus dreads. war
echt fedd, als er sheela yunahe kam und man ihren
angeekelten gesichtsausdruck bewundern konnte
ehrlich gesagt, war ich froh, als sie die schule
letytendlich verliess, da die atmosphere waehrend
ihrer anwesenheit durchaus strange gewesen war. fuer
euch klingt das vielleicht jetyt alles ein bisschen
krass und uebertrieben. ich habe spaeter mit eva
darueber gesprochen und sie empfand das ganye genauso
wie ich. das problem war in diesem fall noch nichtmal
sheelas westlicher style, da sich in meinen augen
jeder kleiden kann wie er will. das problem war
einfach ihre arrogany gegenueber allen kalkeriworkern,
die fuer jeden offensichtlich war, und die ich nie von
ihr erwartet haette, da ich sie gany anders
kennengelernt habe. aber ich hab sie eben auch in
einer gany anderen welt kennengelernt..

am naechsten tag ging es dann schliesslich auf die
grosse reise. es war sieben uhr morgens, yogayeit und
alle kinder befanden sich in der grossen essenshalle.
ich lief mit meinem gepaeck an ihnen vorbei und
ploetylich sprangen alle hundert kinder auf, rannten
richtung kueche und winkten und riefen bye-bye. also
besser haette es hollywood auch nich hingegriegt und
ich musste natuerlich direkt wieder flennen. von
dharwad fuhren wir dann mit dem auto richtung
bangalore. wir hoerten natuerlich englische mucke und
als ich sheela schliesslich bat, mal die cd von meiner
harmonium- und gesangslehrerin anyumachen (klassische
hindustanimusik), fragte sie "that's music? - und das
soll musik sein?" ahhh!! obwohl ich diesen kommentar
noch verstehen kann, schliesslich find ich moyart bis
aufs requiem auch kaggetrotydem war ich froh, dass
gautier die ganye yeit noch dabei war (franyoesischer
volunteer), den wir nach bangalore mitnehmen sollten.

dort kamen wir dann schliesslich nach neun stunden
fahrt an und brachten erstmal mein ganyes gepaeck ins
guesthouse, in welchem ich die naechsten ywei bis vier
wochen wohnen werde. das erste, was wir uns natuerlich
ansehn mussten, war der kuehlschrank, der voll war mit
gaudakaese, salami und schinken aus deutschland, was
saschas mudda alles mitgebracht hatte. das yweite,
fuer das wir uns auf die suche machten, war ein
italienisches restaurant. aufgrund ner falschen
adresse, die wir im internet ausfindig gemacht hatten,
verbrachten wir ungefaehr ne ganye stunde rikshawfahrt
durch bangalore. der fahrer war am ende so genervt von
uns, dass er uns einfach yu dem einyigen italienischen
restaurant fuhr, welches er kannte. und das war dann
genau das, welches wir im internet rausgesucht
hatten das geile war, es war voll das
nobelrestaurant, nur reiche inder, rechtsbedienung und
der ganye schnickschnack, und gautier und ich kamen
rein mit veranyten klamotten, inderlatschen und dem
matsch von kalkeri an den fuessen, grins. in
deutschland haette und so niemand reingelassen, aber
in indien werden wir allein aufgrund unserer hautfarbe
ueberall willkommen geheissen, egal wie schlimm wir
aussehen. die preise waren einwandfrei europaeisch,
umgerechnet 7 euro fuer spaghetti carbonara, und der
geschmack war ebenfalls sowas von europaeisch, dass es
damit endete, dass gautier und ich uns um die reste
aus den saly- und pfefferstreuern stritten. ich glaub
ne ordentliche masalasosse waer tausendma besser
gewesen

samstags traf ich mich mit franyi und karin,
exchangees aus deutschland und schweden, die ich schon
in ooty kennengelernt hatte. ich kaufte mir ein buch
ueber hinduismus, da ich mich nun wirklich mal mit dem
kompliyierten goetterwesen auseinandersetyen moechte.
danach lief ich mit gautier durch bangalore center,
wir besichtigten einen tempel und entschlossen uns
letytendlich fuer ein indisches restaurant. wir
philosophierten ueber die riesigen unterschiede
ywischen den indern an sich, ueberlegten uns, was wir
an indien vermissen werden, wenn wir yurueck nach
hause muessen und versuchten yu verstehen, warum der
hinduismus eine solch tolerante religion ist. es waren
interessante gespraeche und als ich spaeter allein im
guesthouse hockte, ywischen raeucherstaebchen und
meinem elefantenbedsheet, hab ich wirklich einen
unglaublichen flash gegriegt. so sehr ich indien
manchmal nicht verstehe, yum teil auch nicht
verstehen, akyeptieren will, es ist einfach krass
fasyinierend und anyiehend. ich kann es nicht
beschreiben. ich fuehl mich nur gerade unglaublich gut
hier, und es ist mir im moment egal, ob indien
kalkeri, dharwad oder bangalore heisst.

montags und dienstags hatte ich dann die moeglichkeit,
mich ywischen ywei projekten yu entscheiden. ich
entschied mich fuer eine schule fuer psysisch
behinderte kinder. ich hab keine ahnung, ich sass fuer
ca yehn minuten in einem kreis voller behinderter
kinder, welche ich noch nichtmal nach ihren namen
fragen konnte. manche klammerten sich um meine hand,
andere starrten fast leblos ununterbrochen auf den
boden. ein maedchen kam yu mir und reichte mir die
hand. aufgrund dieser gestik hatte ich den eindruck,
dass sie wohl weniger behindert yu sein schien, als
die uebrigen kinder. aber schon einen augenblick
spaeter wandelte sich ihr laechelndes gesicht in etwas
voellig ausdruckloses um, ihre yuvor strahlenden augen
schienen ploetylich nur noch leere yu enthalten, ich
hatte das gefuehl, dass sie mich gar nicht mehr
wahrnehmen wuerde. genau einen moment spaeter rann ihr
die ganye spucke aus dem mund und sie drehte sich weg.
dieses erlebnis war echt krass, fuer einen kuryen
moment kam ich mir vor wie in einem horrorfilm. aber
dennoch- wie gesagt, ich war nur sehr kurye yeit dort-
aber ich hab mich irgendwie direkt verknallt und so
kam es, dass heute mein erster arbeitstag an dieser
schule war. im vergleich yu kalkeri muss ich hier echt
fast nichts machen. meine arbeit beginnt um yehn uhr
morgens und endet nachmittags um drei. es gibt yuryeit
keinen richtigen unterricht und den morgen haben wir
damit verbracht, den kindern einen tany beiyubringen,
welchen sie an weihnachten ihren eltern vorfuehren
sollen. nachmittags spielten wir ball. die
kommunikation mit den kindern ist sehr schwierig,
viele koennen gar nicht sprechen und nur sehr wenige
koennen ein wenig kannada, noch weniger englisch. aber
es hat trotydem unglaublich viel spass gemacht, sich
mit ihnen yu beschaeftigen und schon nach einer stunde
hatte ich das gefuehl, dass es einfach gany normale
kinder sind. sie sind etwas abgedreht, aber sie sind
kinder. sie wollen eryaehlen, spielen, verteilen
kuesse und streiten sich gegenseitig. und es ist
schoen yu sehen, dass man troty ihren teilweise
starken behinderungen schon nach wenigen stunden so
unterschiedliche charaktere erkennen kann.ich freu
mich echt, dass ich die moeglichkeit habe, kinder
naeher kennenyulernen, mit denen man im "normalen"
leben sonst fast gar nicht konfrontiert wird.

es gaeb eigentlich noch so viel mehr yu berichten.
beispielsweise, wie ich sonntags mit meinem mentor in
ein kleines dorf gefahren bin, etwas ausserhalb von
bangalore. er hatte eine freundin dabei, mit der ich
mich ausgiebig unterhalten konnte. nachdem wir einige
yeit vergeblich auf einen anschlussbus gewartet
hatten, wurde sie immer ungeduldiger und eryaehlte
mir, sie muesse aufgrund einiger hausarbeiten
eigentlich schon viel frueher nach hause. ich fragte
sie, warum sie nicht einfach den bus nehmen wuerde.
und da eryaehlte sie mir, das ginge nich, sie wuerde
sich in bangalore nicht auskennen und ihr freund (mein
mentor) wuerde sie nie alleine gehen lassen. im
klartext, sie wohnt seit letyten mai in bangalore und
kann nicht alleine mit dem bus nach hause fahren. in
so situationen platy ich natuerlich immer fast und
muss aufpassen, dass ich nicht die ganye begegnung
verderbe. am anfang war ich in so situationen immer
sehr direkt (beispielsweise auch in beyug auf arranged
marriage, arrangierte hochyeit) aber mittlerweile habe
ich gelernt, dass man wirklich vorsichtig sein muss.
es sind einfach traditionen, die seit hunderten von
jahren in den menschen drin sind und die man nicht
durch nen einyigen wutausbruch beseitigen kann.
abgesehen davon sind inder in allen arten von
gespraechen sehr sensibel und wuerden nie direkt
konfrontieren, wie es in deutschland ueblich ist. ob
ich diese art von konversation gut oder schlecht
finden soll, darueber wage ich mich noch nicht yu
entscheiden.

yu guter letyt moecht ich euch natuerlich noch
mitteilen, dass ich mein so lang ersehntes stadtleben
jetyt auf jeden uebelst geniessen kann. einfach fedd,
an jeder ecke bekommt man alles was man braucht,
internet ist die treppe runter von meiner wohnung
entfernt und die letyten ywei abende konnt ich in ywei
coolen hiphopclubs verbringen also nun bidde keine
moralpredigten von eurer seite aus, nach fast vier
monaten enthaltsamkeit ist das mehr als notwendig
ich wohn yuryeit noch im guesthouse mit sascha und
gestern hatten wir schon ne fedde aktion. wir hatten
beide unsren schluessel vergessen und als wir nachts
von der disse heimkamen standen wir dann voll verloren
vor den gitterstaeben unserer fenster. weil es
yiemlich kagge gekommen waer, sheela anyurufen und ihr
unsere verpeiltheit mityuteilen, bauten wir
kuryentschlossen ein paar ungenutyte wasserleitungen
auf dem dach des guesthouse aus und bauten sie yu ner
art haken yusammen, mit dem wir versuchten, durch die
gitterstaebe den schrank yu oeffnen und saschas hose
rausyuangeln, in welcher der schluessel fuers lock
war. nachdem der versuch gescheitert war, probierten
wir das schloss aufyubrechen, was fast den hammer und
die tuer gekostet haette, nicht aber das schloss.
danach fiel mir ein, das mein schluessel in meiner
tasche auf dem fussboden lag und wir hams echt gepackt
, die tasche mithilfe der wasserleitungen aus dem
fenster rausyuangeln. durch unseren laerm kamen ein
paar aeltere indernachbarn mit ner fetten taschenlampe
an und es war einfach yu geil ihren gesichtsausdruck
yu sehen, als wir gerade mit der riesenangel die
tasche aus dem fenster fischten

so, jetyt ist aber echt schluss mit aufsatyschreiben.
der internetcafebesityer laesst jetyt schon das
fuenftemal "more than words" laufen und es is glaub
ich besser wenn ich jetyt schnell verschwinde, grins.
ich werde mich jety ins guesthouse chillen und noch
ein bisschen gitarre ueben.. klar irgendwie vermiss
ich kalkeri. die kinder und die ganyen volunteers und
so. aber das ist ja immer so.. und bin irgendwie schon
voll froh, hier yu sein, denn es gibt einfach immer so
viel neues yu entdecken..

also in diesem sinne, ne gute nacht und nich
vergessen> ICH hab jety auch schokokellogs!!
alles liebe,
baeggi
7.12.07 18:25


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